Dissertation (Auszug)


Zur Quellenlage der "Annales Ferdinandei" des Grafen Franz Christoph Khevenhüller- Frankenburg.
Von Kurt Peball (Wien).


Aus der Historiographie im Zeitalter des konfessionellen Absolutismus und der auslaufenden Barockzeit sind es drei Geschichtswerke, die entscheidenden Einfluss auf die spätere Geschichtsschreibung und Beurteilung des Dreißigjährigen Krieges, der österreichischen Reformationsgeschichte und der Konfessionspolitik Kaiser Ferdinand’s II. ausübten. „Der Königlich Schwedische in Deutschland geführte Krieg" (4 Teile, gedr. Stettin/ Stockholm 1648—1853) des Schlesiers Philipp Bogislav von Chemnitz (1605—1678), der in den Diensten der schwedischen Königin Christine schrieb, des protestantischen Hamburger Pastors Bernhard R a u p a c h (1682—1745), „Evangelisches Österreich“ (4 Teile, gedr. Hamburg 1732— 1747) und die „Annales Ferdinandei" (1. Aufl., 9 Teile, gedr. Regensburg/ Wien 1640—1646; 2. Aufl., 12 Teile mit 2 Supplbdn., gedr. Leipzig 1721 — 1726) des österreichisch-kaiserlichen Gesandten und Geheimen Rats, Franz Christoph Khevenhüller, Graf von Frankenburg (1588—1650), der im Auftrage Kaiser Ferdinand's II. schrieb.
Chemnitz' Werk fand eine eingehende quellenanalytische Untersuchung und historiographisch bestfundierte Würdigung durch Frieda Gallati2). Die historiographische Würdigung von Raupach hat jüngst Karl Eder eingeleitet3). Einer solchen entbehren aber bisher die Annales Ferdinandei. Bei diesen wäre zwar weniger ihre Tendenz interessant — Srbik hat diese unabänderlich als prokatholisch und prokaiserlich ein für alle Male fixiert4), als vielmehr die Beantwortung der Frage nach den Quellen Khevenhüllers. Daran aber scheiterten die bisherigen Beurteilungen der Annalen in der Fachliteratur. Es wurde nämlich versäumt, die innere Struktur des gesamten Werkes genau zu berücksichtigen, die Fähigkeiten und Informationsmöglichkeiten Khevenhüllers objektiv zu beachten, und vor allem, auf das Material seiner Vorarbeiten Bezug zu nehmen5). Schwierige Lesbarkeit des von sinnstörenden Druckfehlern stark durchsetzten Werkes, die Ungunst der Quellenlage — bekanntlich wurde im Jahre 1893 das Khevenhüllerfamilienarchiv Kammer a. Attersee (Oberösterreich), worin sich bis dahin ein Großteil der Quellen und Vorarbeiten zu den Annalen befunden hatte, versteigert6) — und eine konfessionspolitische Polemik, dürften die Gründe dafür gewesen sein. Einige überraschende Funde der letzten Zeit machen dies aber nun möglich7).
Es ist die Absicht dieser Abhandlung, im Rahmen der Frage nach den Quellen der „Annales Ferdinandei" auch auf ein reichhaltiges Quellen-material aufmerksam zu machen, das nicht nur hinsichtlich der Annalen aufschlussreich, sondern auch für die Geschichte Österreichs an der Wende des sechzehnten zum siebzehnten Jahrhundert bis zum Dreißigjährigen Krieg bedeutsam ist, vor allem im Hinblick auf die politischen Beziehungen zu Spanien. Es werden hier mit bewusstem Verzicht auf einen genauen quellenanalytischen Beweisgang, so genannte „originale Quellen" zu den „Annales Ferdinandei" mitgeteilt, wobei unter dieser Art von Quellen Aufzeichnungen historischen oder politischen Inhalts von Franz Christoph Khevenhüller selbst oder von seinen Vorfahren zu verstehen sind.

Die Quellen der „Annales Ferdinandei".

Schon die flüchtige Lektüre der Annalen zeigt fast ausschließlich eine fortlaufende Zusammenstellung und Verarbeitung von schriftlichen Dokumenten verschiedenster Art. Dass man dabei meist mit Sicherheit die Quellen feststellen kann, ist aus dem Grunde möglich, weil der Verfasser dieselben gewöhnlich so wiedergibt, dass ein Zweifel ausgeschlossen ist. Aber er verarbeitet sie nur äußerst selten so, dass er ihren Inhalt zusammenfasst und auf seine eigene Weise erzählt; oftmals lässt er vielmehr kürzere und längere Stellen weg und schließt sich im übrigen genau seinen Quellen an. Vergleicht man, beispielsweise, die Erzählung der „Annales Ferdinandei" über Ursachen und Anfang des Böhmischen Aufstandes von 1618 (B) mit der kaiserlichen Information darüber an Khevenhüller nach Madrid8) (A), so ergibt der Textvergleich9):

A:
B:
„Nachdem ir kay. may. ao.. 1611 in das Behemische regiment eingetreten ist alsbald darauf vom h. abten zu Braunau ein clag einkumen, wie dass seine underthanen zu Braunau wider seinen willen ein kirchen in seiner statt baue- ten mit bitt, weil sie dessen nit befuegt, ir kay. may. gerueheten solches bey ge- dachten seinen underthanen zu Braunau einzustellen.
Hierüber haben ir kay. may. auf guetachten der herrn obristen landofficier, denen Braunauern umb bericht zugeschriben und dass sie underdessen den pau einstöllen solten, welchem bevehl aber sie nit nachkumen, noch ainigen bericht ihrer kay. may. nit gethan, sondern im bauen fortgefahren, auch von den defensorn ein schreiben darüber bekumen, dass sie ungeacht ihrer kay. may. inhibition disen pau einen weg als den andern in das werk setzen und vollführen sollten, welches auch beschehen.
Wider dieses hat sich der herr abt jederzeit beschwert, ir may. aber haben wegen deroselben aus dem künigreich Behamb verraisen, auch wegen der inmittels zwischen dero landen fürgefallnen unterschidlichen hochwichtigen handlungen und gescheften diese sachen differieren muessen. Letztlich aber im 1616. jahr sich nach ersehung baides des mayestetsbriefs (inwelchem nur allain den ständen und nit denen underthanen kirchen zu pauen bewilliget) dann auch der zwischen denen sub ultraque und una aufgerichteten verainung (in welchem den underthanen auf den kaysel. herrschaften ebenmäßig kirchen zu bauen wie sub litera A. und B. zu sehen, zuegelassen worden) dahin gnädigst in persönlicher Audienz zu Brandeiß gegen den herrn grafen von Thurn und andern zwayen defensorn also resolviert: ir. may. kündten nit befünden, dass den underthanen auf den geistlichen grunden kirchen zu pauen zuegelassen seye…“
„ .. . nachdem Kayser Matthias ao. 1611 in das Böheimische regiment eingetre- ten ist alsbald darauf der abt von Praune (Braunau) wider seine unthertanen die auf seinen grund, boden und in der eigenen Stadt eine neue uncatho- lische kirchen zu bauen angefangen, klagweiß einkommen und um einstel- lung, weil sie hierzu keines weges be- fugt, und ihm also ihren Herrn, ohngeacht er es zu mehrmahlen abgeschafft, indem enigsten nicht gehorsamen wollen, nicht allein aller unterthänigst, sondern auch gedachte seine unterthanen zu dem gebührenden und schuldigen gehorsam mit interponierung der Kayserl. und Königl. Autorität zu halten.
Hierüber haben ihro Kayserl. Majest. denen Braunauern umb bericht zugeschrieben, dass sie unterdessen den Bau einstellen sollten, welchen Befehl sie aber nicht allein nicht nachkommen, sondern auch ihr. Kayserl. Mayest. mit keiner einigen antwort gewürdiget, in den Bau fortgefahren und zur verklein- und verschimpfung ihro Kayserl. Majest. autorität ihre zuflucht zu den Defensorn genommen, von denen sie ein schreiben erhalten, dass sie ohngeacht ihro Kayserl. Majest. inhibition, diesen Bau eines Weg als den andern ins Werk setzen und vollführen sollen, dass auch beschehen, wider welches der gedachte Abt sich dann zum höchsten beschweret. Ihro Majestät aber haben wegen derselben aus dem königreich Böheimb verreisen, auch wegen der inmittelst zwischen dero landen. Fürgefallenen unterschiedlichen hochwichtigen handlungen und geschäften, diese sachen differieren müssen, letztlich aber im 1616 jahr sich nach ersehung beydes des Majestäts-Briefes, in welchem nur allein den ständen und nicht den unterthanen kirchen zu bauen bewilliget, dann auch darzwischen sub utraque und una aufgerichteten vereinigung, (in welcher denen unterthanen auf den kayserlichen herrschaften ebenmäßig kirchen zu bauen zugelassen worden) dahin gnädigst in persönl. audienz zu Brandeiß gegen dem Grafen Heinrich Matthesen von Thurn und anderen zweyen defensorn resolviret: ihro Maj., könnten nicht befinden, daß den underthanen auf der geistlichen grund und boden kirchen zu bauen und durch ihre angezogene Priviliegia vergunt sey…“

In dieser Weise stimmen die beiden Texte überein bis zum Absatz der Information:
„Ungeachtet dieser kayserl. inhibition sein die defensores den Montag post dominicam rogationum wieder zusammen kummen, den vorgehenden Sonntag aber in allen kirchen eine schriftliche, zu allem ansehen nach anderst zu nichts denn nur zu ainer aufruehr geraichende ermahnung von den canzeln durch ihre prediger publicieren lassen, inmaßen ob solcher sub E beyliegend ermahnung zu vernemben…“

Der Text der Annales benützt nun nicht mehr die Information weiterhin als Quelle, sondern bringt sofort den Wortlaut dieser „ermahnung" 10). großgedruckt.
In der Regel ist überhaupt alles, was der Verfasser hervorheben will, vorzüglich ihm besonders wichtig erscheinende Teile aus Aktenstücken, Relationen etc., durch größeren Druck ausgezeichnet. Man würde sich aber täuschen, wollte man meinen, dass nur diese in die Augen springenden Stellen derartigen Quellen entnommen seien. Khevenhüller schöpft gerade das zuerst zur Illustrierung der Situation Mitgeteilte oftmals aus dem gleichen Dokumente, welches er nachher teilweise großgedruckt in seine Darstellung aufnimmt. So gibt er längere Partien aus irgendeiner Relation, einer Resolution oder aus einem Abschied als die Gedanken des Ausstellers derselben wieder und lässt erst den Schluss des Stückes oder auch nur ein Mittelstück durch größeren Druck hervortreten. Dies ist aber erst aus einer eingehenderen Lektüre ersichtlich, besonders bei der Darstellung von diplomatischen Verhandlungen in fortlaufender Erzählung. Hierbei hebt Khevenhüller in der Regel Einzelschriftstücke nicht gesondert heraus, sondern schachtelt Bruchstücke derselben — aus dem zugrunde liegenden Original wörtlich übernommen — sinngemäß ineinander, wie auch oben gezeigt wurde. Der größte Teil seines Werkes ist eigentlich nichts anderes als eine Sammlung und Aufsplitterung von Briefen, Aktenstücken und Literatur.
Die „Annales Ferdinandei" lassen sich so mit einem großen Mosaik vergleichen, bei dem eine Unzahl vielfältiger, mit Überlegung und Geschick aneinander gefügter Steinchen ein einheitliches Ganzes bilden. Den Ursprung dieser vielen Einzelteilchen wird man nicht immer von vornherein erraten, denn Khevenhüller nennt seine Quellen nicht und lässt, eben weil er sie direkt und indirekt wörtlich reproduziert, den Verfasser nur dann hervortreten, wenn derselbe auch in seiner Quelle hervortritt. Man wird also der mühseligen Arbeit nicht enthoben, eine Vielzahl dieser Quellen mit Rückschlüssen aus der Entstehungsgeschichte der Annalen und aus dem Leben ihres Verfassers zu rekonstruieren.
Auf diese Weise kann herausgefunden werden, dass in einer Instruktion, mit der Khevenhüller am 23. Jänner 1621 seinen Hofmeister Theodor Hartmann aus Madrid nach Wien abfertigte, ".er erste genauere Hinweis auf die Art eines Teiles der von Khevenhüller benützten Quellen gegeben wird. Darin heißt es nämlich: Hartmann habe sich in Linz bei der Witwe des Hieronymus Megiser und bei dem Astronomen Johannes Kepler, der den Nachlass Megisers in Verwahrung hatte, zu erkundigen, ob sie ihm (Khevenhüller) ein Verzeichnis der Stammbücher und Genealogien geben könnten; ebenso solle er in Wien bei „gelehrten Leuten" nachfragen, welche Autoren vom letzten ungarischen Krieg, von Erzherzog Maximilian's Gefängnis in Polen und über das Leben der Kaiser Rudolf II. und Matthias geschrieben haben, welche Bücher er kaufen und schicken möge11). Hinweise dieser Art finden sich auch in der Vorrede zum ersten Teil der „Annales Ferdinandei". Hier führt Khevenhüller aus, dass er das kaiserliche Archiv in Wien, verschiedene private und ständische Archive sowie familiengeschichtliche Aufzeichnungen — vor allem Aufzeichnungen seines Onkels, des Grafen Hanns Khevenhüller-Frankenburg — wie auch eigene Korrespondenzen und Berichte für seine Arbeit benützt habe12). Und in der Tat weisen zum Beispiel die Annalen der obderennsischen Stände aus, dass die Stände im Jahre 1634 „die einschlägigen Akten und Landtagsschlüsse abschriftlich" Franz Christoph Khevenhüller zukommen ließen 13).
Als Ergebnis dieser Rückschlüsse, die im Einzelnen weiter geführt worden sind, als hier darauf Bezug genommen werden kann 14) und aus dem oben über die Methodik Khevenhüllers Ausgesagten, ergibt sich, dass Khevenhüller für seine Arbeit folgende, schon durch ihre äußere Beschaffenheit sich unterscheidende Arten von Quellen benützt hatte:

  1. Größere zeitgenössische, gedruckte Geschichtswerke wie Megisers Arbeiten, das Theatrum Europeum etc.
  2. Flugschriften, das heißt, gleichzeitige, gedruckte Berichte
    über wichtige Ereignisse, sowie publizierte Briefe und Akten stücke.
  3. Familiengeschichtliche, handschriftliche Aufzeichnungen seiner Vorfahren und andere eigene historische Arbeiten.
  4. Archivalien, worunter private und politische Korrespondenzen, sog. Kriegszeitungen in Form von Soldatenbriefen und autographe oder protokollierte Gesandtschaftsberichte zu verstehen sind.
    Von vornherein kommt dazu noch die Vermutung, dass mündliche Mitteilungen und vor allem von Khevenhüller Selbsterlebtes im Werk ihren Niederschlag gefunden haben.

Originale Quellen der „Annales Ferdinandei" 15).

A. Familiengeschichtliche Aufzeichnungen der Khevenhüller lassen sich mit Sicherheit ab Ende des fünfzehnten Jahrhunderts verfolgen16). Im sechzehnten Jahrhundert sind es neben Bernhard Khevenhüller (1501— 1548) und Christoph Khevenhüller (1503—1557) vor allem Hanns Khevenhüller (1538—1606) Graf von Frankenburg- und kaiserlicher Gesandter in Madrid (1571—1606) >7) und sein Bruder Bartholomäus Khevenhüller (1539—1613) 18), der Vater des Verfasser der Annales, die Aufzeichnungen von großer historischer und politischer Bedeutung hinterlassen haben. Das Tagebuch von Bartholomäus gewährt interessante Einblicke in die innerösterreichischen Verhältnisse zur Zeit der Türkenkriege am Ende des Jahrhunderts I0). Das Tagebuch von Hanns, seine Lebensbeschreibungen, seine protokollierten Gesandtschaftsberichte aus Madrid an den Wiener Hof und seine vielfältigen Korrespondenzen sind eine Fundgrube von Materialien für die Verhältnisse zwischen Österreich und Spanien im ausgehenden sechzehnten Jahrhundert20).
Die Blütezeit ihrer geschichtsschreibenden Tätigkeit erlebten die Khevenhüller wohl in der späteren Lebenszeit von Franz Christoph. Ihm nämlich war es vergönnt, die mehr oder weniger formlosen Aufzeichnungen seiner Ahnen zu Genealogien zusammenzufassen und seine Geschichtsschreibung mit dem monumentalen Werk der Annales Ferdinandei zu krönen.
' Franz Christoph war protestantisch getauft und erzogen worden und hatte in seiner Jugend, gleich seinen adeligen Altersgenossen, Studien an der Hochschule in Padua betrieben. Er hatte aber dabei nicht lange ausgeharrt, sondern bald seine Kavalierstour durch Italien (1604 und 1605), durch Frankreich, die Niederlande und England (1607) angetreten. Frühzeitig schon dem Hofleben zugeneigt, zur Verschwendung veranlagt, lebte er sich rasch in dieses ein. Vermutlich in den Jahren 1612 bis 1614 konvertierte er zum katholischen Glauben21)- Begünstigt durch das Ansehen seiner Familie, deren Reichtum und durch das Wohlwollen des Kardinals Melchior Khlesl, der in Khevenhüller einen leicht lenkbaren Mann für seine politischen Pläne sah22), fand er im raschen Aufstieg zum ordentlichen österreichischen Gesandten in Madrid, Betätigung und weitestgehenden Einblick in die hohe Politik seiner Zeit.
In den Jahren 1617 bis 1629 23) entstanden seine ersten größeren historischen Arbeiten, die aus Tagebuchaufzeichnungon24) und politischen Verhandlungen hervorgegangen sind. Am 12. September 1617 begann er im Zusammenhang mit seinen Unterhandlungen mit dem venezianischen Gesandten in Madrid über die Beendigung des Uskokenkrieges, die Arbeit an einem Manuskript, das die Geschichte dieses Krieges behandelt. Es ist betitelt25):
„Verzeichnuß etlicher Discurs von den Zengern, Venedigern und derselben Orth, auch alles Des Jenig, waß sich in diesem wehrenden Krieg beyläuffig zuegetragen hat, vnd was darinnen von mier Schrifft und Muendlich ist tractiert worden. Angefangen zuesam-men zue setzen, Madrit in Spanien, den 12. Septemb. 1617, von Franz Christoph Khevenhüller"; 280 Seiten fol. Hlptbd.2«). Inhalt:

  1. Joh. a. Reck Venetum bellum.
  2. La elagada de la Republica de Venecia las Parnaso.
  3. Due Discorsi dei Vscochj.
    A. Wolf spricht die Vermutung aus, daß Franz Christoph durch den Jesuiten Mayr zur Konversion veranlaßt worden sei (Geschichtliche Bilder aus Österreich, Bd. I, S. 155). Ranke bezeichnete ihn als einen Freund der Jesuiten, der aber keinen extremen Meinungen huldigte und ungefähr so gesinnt gewesen wäre wie Khlesl; überdies wäre ein Mißtrauen in seine Rechtgläubigkeit für seine Mission als spanischer Botschafter verderblich gewesen (Geschichte der Katastrophe Wallensteins, 2. Aufl. Leipzig 1870, S. 466).
  4. Respuesta de un Parnasista sobre la muerte de la Reputation
    de Espana.
  5. Narratione delle guerre Friuli.
  6. Ragionamento d'un Senator die Venetia.
  7. Difficoltadi delli Capitanei di pace tra il Re Ferdinando e la
    Republica di Venetia.
  8. Instruction Herren von Harrachs zu Erzh. Ferdinand Ao. 1616.
    Item Articoli della Pace et super eius considerationes Arch.
    Ferdinandi.
  9. Antwort auf Harrachs Vorbringen.
  10. Mein Instruction an Ihr Mt. in Hispanien wegen des venedi
    gischen Kriegs.
  11. Discurso de un capitan Ragusese sobre los Vscoques.
  12. Unterschiedliche venedigische Friedenstractationes.
  13. Mein Bericht über Ihr. Drt. Bedenckhen.
    Wenngleich dieses Manuskript heute auch nicht mehr auffindbar ist so sieht man doch aus dem Inhalt, daß es sich fast durchgehend um eine Aktenzusammenfassung handelt. Dies ist ein ganz wesentliches Merkmal für alle historischen Aufzeichnungen von Franz Christoph, typisch für seine Geschichtsschreibung und für seine Methodik.
    Es existieren noch zwei weitere unvollständige Manuskriptbände ähn- licher Art aus den Jahren 1617 bis 1629, in denen Khevenhüller die allge- meine europäische Geschichte dieser Jahre behandelt oder seine eigene diplomatischen Verhandlungen im Detail darstellt.
    Bei diesen Manuskripten handelt es sich um folgende:

I. „Allgemeine und Particulargeschichten und Negotia in Form eines Prothocolls Herrn Franz Christoph Khevenhüller 1617 bis 1623" ; 5 unvollständige Pergamentmanuskriptbände (Ptmsbde.) in folgender Kollation:

Bd. 1 (1617) S. 288—518 broschiert.
Bd. 2 (1619) S. 690—1048 Ptmsbd.
Bd. 3 (1621) S. 1468—1760 Ptmsbd.
Bd. 4 (1622) S. 1760—2002 Ptmsbd.
Bd. 5 (1623) S. 2003—2364 Ptmsbd.

Diese Bände befinden sich heute im Khevenhüller-Depot im H.-IL- und Staatsarchiv Wien 27).

II. „Verzeichnuß aller der Schreiben, Anbringen, Memorial, Schriff-ten und Vollmacht so in der Heurathssachen des Ertzherzog Ferdinandt des Dritten, zue Ungarn vnd Behamb Königs etc. vnd der Infantin Dona Maria de Espafia ich Franz Christoph Graff Khevenhüller etc. tractirt, geschrieben, gewexelt, mir gegeben vnd zu ueberreichen bevohlen worden, 1617—1629"; Ptmsbd., 800 S. fol. (fol. 276 bis 287 fehlen 28).

Dieses Manuskript gibt Aufschlüsse über die Bedeutung, die die spanischen und österreichischen Diplomaten der ehelichen Verbindung des Erzherzogs Ferdinand mit der Tochter Philipp's III. von Spanien, Maria Anna, beilegten und bringt namentlich die Instruktionen und Briefe von und an Kaiser Ferdinand II., Fürst Ullrich von Eggenberg, Kardinal Khlesl, Kanzler von Werdenberg etc. abschriftlich. Es befand sich im Besitz von Dr. Albert F i g-d o r 29) und ist heute verschollen.
Zugleich arbeitete Franz Christoph auch an der Genealogie seines Geschlechtes. Es entstanden dabei mehrere Bände, die sowohl ihn als auch seinen Hausbeamten Georg Moßhammer zum Verfasser haben. Von Franz Christoph zusammengestellt wurden:

I. „Genealogia der Wohlgebohrnen Grafen vnd Herren Herren Keuen-hüller zu Aichlberg Grafen zu Franckenburg Freyherren auf Lands-cron Wernberg vnd Summereck, Erbherren auf Hochenosterwitz vnd Carlsberg, Erblandtstallmaistern in Kärndten etc. von Herren Reichhardt Keuenhüller, biß auf dißes gegenwertige Jahr zußam-men getragen durch Herren Franz Christophen Keuenhüller etc. Grafen zu Franckenburg, Rom. Kay. May. Gehaimben Rath, Cam-merern vnd Oratorn an dem Königl. spänischen Hof auch Rittern des Güldenen Vließ, Madrid 1623"; Papiermanuskript in Folio mit 65 Blättern.
Die Genealogie ist dem Grafen Paul Khevenhüller gewidmet. Sie ist von Franz Christoph eigenhändig geschrieben, enthält 111 gemalte, handgezeichnete Wappenabbildungen und behandelt in knapper Darstellung die Familiengeschichte von 995 bis 1623. Dieser Band befindet sich heute im oberösterreichischen Landesarchiv Linz, Schlüsselberger Archiv, Nr. 62 so).

II. „Genealogia y historia de los heroicos hechos cargos, embaxadas, commissiones, y negociaciones, que dentro y fuera de su patria han tenido los Barones y Condes dela casa y apellido de los Queuen-hülleres de Aichelberg, Condes de Franquenburg, Barones en Landskron y Werenberg, y Summerecq, Senore de alte Osterwitz y Carlsperg Canclercos mayores perpetuos del archiducado de Carinthia. Desde Richardo Queuenhüller, que es del Anno des Nascrimiento de nuestro Senor Jesu Christo de 995. hasta las presente Anno de 1624. Sacados con diligencia y compendiosamenti a diferentes historias, Annales, Escrituras publicas etc. Dividado en tres tomos. 1624"; Ms. 935 S. fol. Hlptbd. 31)
Dieses Werk ist dem Grafen Paul Khevenhüller gewidmet. Nach der Vorrede findet sich die eigenhändige Widmung und die Unterschrift von Franz Christoph; Korrekturen im Text sind von seiner Hand. Das Ms. befand sich im Besitze von Dr. Albert Figdor 32) und ist heute verschollen.

„Genealogia et Historia Khevenhüllerorum ab Aichelberg et ab
Augustino Khevenhüllero ad presentem usque illius successorem
Matthiam rectae linae etc.33).
Ein zweiter Band davon mit deutscher Übersetzung befindet sich im Khevenhüller-Depot im H.-, H.- u. Staatsarchiv Wien34).

IV. „Leben der Grafen Khevenhüller" ; Ms. im Jahre 1622 angefangen
von Franz Christoph, von unbekannter Hand bis 1730 und von
da an von Franz Carl Fürst Khevenhüller-Metsch fortgesetzt 33).
Von Georg Moßhammer stammen:

I. „Beschreibung Frantzen Christophen Khevenhillers zu Aichelberg, Gravns zu Frankenburg Lebenslauf vnd was sich beiläufig darinnen vnd zur selben Zeit sowoll in aignen Geschefften, anbevoh-lenen Verrichtungen vnd denckwürdig Geschichten als andern sehr nutzlichen zu wissenden Negotiationen zuegetragen, sambt einer kuerzen Verzeichnuß seiner Reisen, wie es Georg Moßhemer aus wohlgedachten Herrn Graven Schrifften vnd Verzeichnuß mit groszen Fleis getzogen vnd der Her Grav es zu Continuierung der vorhergehenten Historien hieher setzen lassen, 1588—1623 (einschließlich)"; Ms. undatiert 36).
Auf dem Titelblatt sind die Wappenschilder von Franz Christoph und seiner ersten Gemahlin Barbara, Freiin von Teufel, abgebildet. Das Ms. befindet sich heute im Stift St. Florian.

II. „Beschreibung Frantzen Christophs Khevenhüllers zu Aichelberg Graven zu Frankhenburg Lebenslauf vnd was sich beylauffig darinnen vnd zur selben Zeit sowol in aignen Geschefften anbevoh-lenen Verrichtungen zugetragen. Das erste Buech, 1588 bis 1616"; Msktbd. aus dem Jahre 1626, 574 S. fol 37).
Ist verschollen.

III. „Genealogia und Beschreibung aller der Khevenhüller und Kheven-
hüllerinnen von Aichelberg vnd Summereck wie auch zu wemb vnd
wer sich zue ihnen verheyrath durch Georgen Moßheimber aus
Herrn Grafen Christophen Khevenhüller Khevenhüllerschen Hystori
gantz khürtzlichen in dieß compendium gezogen"; Ms. Hlbptbd.
900 S. fol. undatiert 38).
Dieses Werk enthält 174 Wappenabbildungen und drei genealogische Tafeln in Federzeichnung und blauer Farbe ausgeführt; es behandelt die Familiengeschichte von 1030 bis 1625 und befindet sich heute im Khevenhüller-Depot im Staatsarchiv Wien.

IV. „Khevenhüllersche Familienchronik. Genealogia und Beschreibung
aller Khevenhüller und Khevenhüllerin von Aichelberg und Summereck, wie auch zew wemb sie und wer sie zew ihnen ver-heuradt durch Georgen Moßhamer auß Hern Graffen Christophen Khevenhüller Khevenhüllerischen History gantz khürtzlichen in dieß Compendio getzogen. Madrid 1625", Ms. in drei Teilen, 679 S. in fol. Gepr. Ptbd. mit Schliessen und Goldschnitt 39).
Diese Chronik enthält 6 große gemalte Wappen und 47 große Abbildungen in Miniaturmanier, die künstlerisch hervorragend ausgeführt sind und von einem niederländischen Meister herrühren dürften. Das Werk umfaßt die Familiengeschichte vom Jahre 1030 bis 1638 (1669) und bringt als Anhang die eigenhändige Beschreibung seiner Brautwerbung von Franz Christoph. Es befindet sich heute im Museum für Kunst und Industrie in Wien.
Diese Genealogien, vor allem die von Franz Christoph selbst zusammengestellten, sind vermutlich, zusammen mit einem anderen Manuskript, nämlich:
„Descripcion de todos las casamientos quella Augustissima casa de Austria ha hechos, assy de Barones, Como de Hembras despues que se diuidieron la Linea de Espana y Allamania y los successors dellos etc. in fine: Fin de la primera parte deste libro, y la augustissima Linea de Austria, en Espaiia" ; 174 S. fol. Hlptbd. undatiert40), wahrscheinlich von Franz Christoph selbst verfaßt; Korrekturen und unterstrichene Stellen im Text sind von seiner Hand; das Titelblatt ist in Rot und Schwarz geschrieben, jedes Blatt ist mit roter Tinte rubriziert,
Teile der von Franz Christoph in seinen Annalen erwähnten, zur „aig-nen Nachrichtung und Curiosität" verfaßten „Universal History, von 200 Jahren her", die er als Quelle zu den Annalen anführt41)-
Die fruchtbringendste Periode von Khevenhüllers Geschichtsschreibung fällt aber in die Zeit seiner Rückkehr aus Spanien (1631). Dies umsomehr, als es ihm nicht vergönnt war, sich weiterhin politisch entscheidend zu betätigen und die schweren Schicksalschläge, die sein Geschlecht trafen42"), ihn immer mehr dazu drängten, Vergessen und Freude in der Beschäftigung mit der Geschichte zu suchen.

Von seinen größeren Arbeiten sind heute, außer den Vorarbeiten zu den „Annales Ferdinandei", nur mehr folgende bekannt:

I. „Tractat wider die englische Heirath der Infantin Maria von Spanien samt Erzählung dieser verhinderten Eheverbindniß. Anno 1633 von Franz Christoph von Khevenhüller"; Ms. 564 S. fol. Hlbptbd.43).
Verschollen.

II. „Ungarische Krönungen der Kaiser Matthias, Ferdinand II., III. und IV. zu Königen in Ungarn", aus den Jahren 1608 bis 1647 in folgender Kollation44):

  1. Fasz.: Kheysers Mathiae Crönung zum König in Ungarn;
    Ms. 25 S. fol. mit Randnoten von Franz Christoph.
  2. Fasz.: Anstößige Antwort Innerösterreichs an die Ungarn;
    20. Mai—24. Juni 1608; 3 St. Mss. 35 S. fol.
  3. Fasz.: Ordo coronationis serenissimi Principis ac Dni. D. Fer-
    dinandi secundi Archiducis Austriae in Regem Hun-gariae inaugurati Posonij die prima Julij Anno 1618; Ms. 16 S. fol.
  4. Fasz.: Kaysers Ferdinandi Tertii Crönung zum König in Hun-
    garn Ao. 1625; Ms. 14 S. fol.
  5. Fasz.: Ordo coronationis serenissimi Principis ac Dni. Fer-
    dinandi quarti Regis Bohemiae Archiducis Austriae etc. in Regem Hungariae inaugurati Posonij 16. Junij 1647; Ms. 14 S. fol.
  6. Fasz.: VnergreiflichesGuetachten wie die Ungerische Khönigl.
    Crönung Ihrer Mayt. Ferdinando 4to anzustellen; Ms. von Franz Christoph eigenhändig geschrieben, 27 S. fol. Diese Faszikel sind verschollen.

III a. „Commentarij 1538—1605. Vita Joannis"; Ms. 573 S. fol. Ptbd. Schildert in autobiographischer Form und tagebuchartig das Leben von Hanns Khevenhüller. Die Einleitung bildet ein kurzer Extrakt aus den Aufzeichnungen von Christoph Khevenhüller. Randnotizen sind vermutlich von der Hand Hanns Khevenhüllers. Das Ms. befindet sich heute im Staatsarchiv Wien-is). III b. „Vita Joannis Khevenhuelleri. De vitae cursu propriis ac alienis negotiis Joanni Khevenhülleri septimi huius nominis ex suis manu-scriptis collectus" ; Ms. 721 S. fol. Hlptbd.
Es ist teilweise von Franz Christoph selbst geschrieben und vielfach mit seinen Korrekturen versehen und behandelt das Leben von Hanns Khevenhüller von 1538—1606. Der Text ist durch vielfache Durchstreichungen und ein sehr verderbtes Latein manchmal bis zur Unkenntlichkeit verunstaltet. Das Ms. ist heute im Khevenhüller-Depot im Staatsarchiv Wien.
In diesem Zusammenhang möge noch auf ein bedeutendes Manuskript aufmerksam gemacht werden:
„Hanns und Franz Christoph I., österreichische Botschafter am spanischen Hofe, Ausgabs- und Einnahmsbuch Hanns von Khevenhüllers in seiner Eigenschaft als Botschafter vom Jahre 1596 bis 1604, fortgesetzt von Franz Christoph Khevenhüller in gleicher Eigenschaft im Jahre 1617" ; Ms. 120 S. fol. mit mehreren Beilagen (Schuldscheine und Quittungen) Ptbd. 46).

Teilweise autographisch. Dieses Ms. befand sich bis 1945 im Archiv des Hohenzollernmuseums in Berlin") und ist heute verloren 4S).
Reiche historische Quellensammlungen dürfte Franz Christoph in dieser Zeit zusammengestellt haben. In dieser Periode gingen auch die „Annales Ferdinandei" ihrer Vollendung entgegen. Sie wurden im Jahre 1636 fertiggestellt49) und 1649 begann Franz Christoph auch einen Teil derselben ins Lateinische zu übertragen50). Nicht uninteressant ist es, daß die größten Teile der Konzepte und auch der Reinschriften der Annalen noch im Original existieren. Folgende Bestände konnte ich feststellen: In der Österreichischen Nationalbibliothek in Wien51):

I. Deutsche Konzepte, umfassend die Jahre 1578 bis 1621; 28 Bde. ser. n. 2247—2274 unter dem Titel, Ferdinandeische Jahrbücher.

II. Lateinische Konzepte, mit zahlreichen Korrekturen, umfassend die Jahre 1578, 1580—1584, 1587, 1589, 1590, 1590—1593, 1593, 1594, 1594, 1595, 1595, 1596 in 21 Bdn. ser. n. 2315—2335, unter dem Titel, Annales Ferdinandei Historiae universalis ab ortu divini Fer-dinandi Caesaris secundi usque ad decessum eiusdem conscripti. Liber primus.

III. Fragmente der Konzepte:

  1. 1 Fasz. mit Fragmenten deutscher Konzepte zu verschiedenen
    Jahren, ca. 100 ff. ser. n. 2357.
  2. 2 Fasz. mit Fragmenten lateinischer Konzepte zu verschiedenen
    Jahren, ca. 100 ff. ser. n. 2338.

IV. Deutsche und lateinische Reinschriften:

  1. Deutsche Reinschrift, umfassend die Jahre 1578 bis 1613 und als Einzelband 1625, zusammen 24 Bde. ser. n. 2275—2298.
  2. Lateinische Reinschrift, betitelt: Historia Universalis ab ortu
    usque ad decessum Ferdinandi secundi augustissimi Imperatoris
    Libri LX. Es liegen aber nur 8 Bücher vor, die die Jahre 1578
    bis 1583 umfassen von fol. 8 bis fol 368' (fol. 396 bis 337'
    fragmentarisch, die Folia 374 bis 379 sind unbeschrieben) ser.
    n. 2336.
  3. Deutsche Reinschrift, betitelt: Annales Ferdinandei oder wahr-
    liche Beschreibung Kaysers Ferdinandi des andern. Alles in
    Drey Thayl aufgeteilt. Umfaßt die Jahre 1578 bis 1595 in
    13 Bdn. ser. n. 2299—2311.

V. Fragmente zu Konzepten und Reinschriften:

  1. Auszug aus den Ferdinandeischen Jahrbüchern der Jahre 1578
    bis 1598, ser. n. 2312.
  2. Annales Ferdinandei oder jährliche Beschreibung Kaysers Fer
    dinand deß anndern ... Alles in Neun Theil ausgeteilt. 378 ge
    zählte Seiten, bis S. 58 durchwegs beschrieben, von da an bis
    zum Ende jede Seite nur begonnen, außer den Seiten 221—226
    und 266, die voll beschrieben sind, ser. n. 2313.
  3. Annales Ferdinandei, Dritter Thail der Annalium Ferdinan-
    deorum. Umfaßt die Jahre 1589 bis 1598 auf 271 Bll., ser.
    n. 2314.
  4. Annales Ferdinandei 4. Teil. Umfaßt die Jahre 1599 bis 1608
    auf 85 Bll., ser. n. 2315. Und verschiedene Fragmente zu Kon
    zepten und Reinschriften auf ca. 349 Bll., ser. n. 2339—2342;
    beides zusammen in einer Kassette.

Im Besitz des Herrn Grafen Georg Khevenhüller-Metsch (Niederosterwitz, Karaten) befinden sich:

62 Fasz. in Bogen und Blättern in fol. umfassend die Jahre 1578 bis 1621. Diese beinhalten in deutscher, lateinischer und spanischer Sprache auf 562 Bll., verschiedenartiges Papier, von verschiedenen Händen geschrieben, Materialien, Aufzeichnungen von historischen Daten etc. zu den angeführten Jahren folgender Art:

  1. Biographische Skizzen von Päpsten, Kaisern, Dogen, Fürsten.
  2. Chronologische Skizzierungen und Ausarbeitungen zur Ge
    schichte einzelner Länder.
  3. 10 genealogische Tafeln.
  4. 7 Bll. Summaria.
  5. 73 Bll. Fragmente.

    Die Konzepte für die Jahre 1621 bis 1637 der Annalendarstellung wurden in den Jahren 1721—1724 von Moritz Georg Weidmann, dem Herausgeber der zweiten Auflage der Annalen, nach Leipzig gebracht52) und dürften nicht mehr vollständig wieder in das Archiv Kammer zurückgekommen sein. Zumindest erwähnt Rieberer nur mehr Teile der Konzepte und Reinschriften dieser Jahre53). Ob davon heute noch welche vorhanden sind, konnte ich nicht feststellen. Von Kende wurden nur die oben erwähnten erworben und zum Verkauf gebracht. Ein handgeschriebenes, komplettes Exemplar des gesamten Annalenwerkes soll sich heute noch in der Bibliothek des Stiftes L a m b a c h befinden54).
  6. Weitaus der größte Teil der „Annales Ferdinandei'' beruht auf der vierten Art der Quellen, auf Akten. Eine auch nur annähernd vollständige Angabe dieses Materiales aus dem Familienbesitz wäre nicht nur sinnlos, sondern ist überhaupt nicht möglich, weil der größte Teil desselben durch die Versteigerung des Archivs Kammer in alle Winde verstreut wurde. Von den noch bekannten sollen aber die wichtigsten hervorgehoben werden.
    Franz Christophs hohe politische Stellung und seine Hofämter ermöglichten es ihm in besonderem Maße in Korrespondenz und enger Beziehung mit vielen bedeutenden Staatsmännern und einflußreichen Persönlichkeiten seiner Zeit zu stehen. Da er auch als Gesandter über alle wichtigen politischen Begebenheiten in Europa informiert wurde, konnte er sich — genau so, wie es schon seine Vorfahren taten — eine umfangreiche Sammlung von Korrespondenzen und abschriftlichen Berichten zusammenstellen. Diese wurden teilweise in eigenen Briefbüchern zusammengefaßt. Von diesen wies das Archiv Kammer eine größere Anzahl noch 1783 auf55). Einige davon sind:

I. „Epistolae Hispanicae". Eine Sammlung von über 1000 abschriftlichen, in spanischer Sprache geschriebenen politischen Schreiben aus den Jahren 1581 bis 1604; ca. 1000 S. fol. Ptbd.
Dieser Band befindet sich im Germanischen Nationalmuseum in Nürnberg56).

II. Miscellannea 1595 bis 1633. Sie beinhalten gleichzeitige Abschriften von Berichten, kaiserlichen Erlässen, Verfügungen, Verordnungen, Friedenstraktaten etc. teilweise von Franz Christoph selbst geschrieben.
Msbd. ca. 500 Seiten 57). Heute verschollen.

III. Miscellannea 1568—1628. Beinhalten Kriegsbriefe, abschriftliche
Berichte von politischen Aktionen, Zeitungsbriefe etc.
Msbd. ca. 600 Seiten 58). Heute verschollen.

IV. Zeitungsbriefe, Berichte, Briefe, Kriegsnachrichten, aus den Jahren
1623 bis 1625. 2 Ptmsbde. mit ca. 1400 S. fol.59). Diese Bde. beinhalten Berichte über die politischen Vorgänge in Europa aus Wien, Köln, Den Haag, Augsburg, Linz, Prag, Brüssel, Braunschweig, London Dresden, Lyon, Genua, Amsterdam, Würzburg, Venedig, Konstan- tinopel, Nürnberg, München etc. Beide Bde. sind verschollen.

Den historisch bedeutsamsten Teil dieser Quellenart bilden aber die Gesandtschaftsberichte der beiden Grafen Hanns und Franz Christoph aus Madrid. Es handelt sich bei diesen um 13 Pergamentmanuskriptbände, die alle, während der Jahre 1571 bis 1605 und 1617 bis 1625 (mit Ausnahme der Jahre 1620 und 1622) an die kaiserliche Botschaft in Madrid gelangten oder von derselben abgesandten Briefe, Berichte, Befehle, Reservataufträge etc. abschriftlich und vollinhaltlich enthalten. Es werden mitgeteilt:

I. In den Berichten des Grafen Hanns:

1. Bd. (1571—1576) auf 622 S., 107 Berichte, Briefe etc.
2. Bd. (1577—1579) auf 567 s., 123 Berichte, Briefe etc.
3. Bd. (1580—1583) auf 610 S., 129 Berichte, Briefe etc.
4. Bd. (1584—1589) auf 815 s., 126 Berichte, Briefe etc.
5. Bd. (1590—1599) auf 904 s., 192 Berichte, Briefe etc.
6. Bd. (1600—1605) auf 654 s., 219 Berichte, Briefe etc.

In den Berichten des Grafen Franz Christoph:

1. Bd. (1617) auf 666 s., 351 Berichte, Briefe etc.
2. Bd. (1618) auf 798 s., 721 Berichte. Briefe etc.
3. Bd. (1619) auf 950 s., 983 Berichte, Briefe etc.
4. Bd. (1621) auf 398 s., 283 Berichte, Briefe etc.
5. Bd. (1623) auf 352 s., 276 Berichte, Briefe etc.
6. Bd. (1624) auf 404 s., 253 Berichte, Briefe etc.
7. Bd. (1625) auf 373 s., 195 Berichte, Briefe etc.

Während die Berichte des Grafen Hanns nur die an den Kaiser gerichteten Schreiben enthalten, hatte sein Neffe Franz Christoph in die „Protokolle der Embaxada" alle, auch die an die Botschaft gelangten, und von derselben abgesandten Briefe, Berichte etc. verzeichnet oder verzeichnen lassen und damit ganz sicher die zerstreuten oder größtenteils auch zugrunde gegangenen bedeutenden Originale über die habsburgische Politik im ersten Drittel des 17. Jahrhunderts in dieser Form für die wissenschaftliche Forschung bewahrt.
Diese Bücher hatten ein eigenartiges Schicksal, das symptomatisch für alle Aufzeichnungen der Khevenhüller zu sein scheint — sie verlieren sich um sich wieder zu finden. So wurden nach dem Tode von Hanns Khevenhüller (4. April 1606) seine Hinterlassenschaften vom spanischen Hofe keineswegs zu treuen Händen verwahrt, vielmehr gingen sie, da der von Hanns Khevenhüller ernannte Testamentexekutor, der fuggersche Agent Eduard Schließmayer, bei seinem Tode nicht in Spanien weilte, in verschiedene Hände über. Es gelang der Familie damals nicht, zu ihren Rechten zu kommen60). So fand Franz Christoph als er 1617 nach Spanien kam, den Nachlaß seines Onkels in den Händen des Conde Duque de Lerma, obwohl Hanns Khevenhüller in seinem Testamente ausdrücklich verfügt hatte, vor allem seinen schriftlichen Nachlaß seinen Erben nach dem Majorate zu übergeben61)- Erst nach dem Rücktritt Lermas konnte Franz Christoph seine Ansprüche geltend machen. In der Instruktion vom 23. Jänner 1621 für Hartmann62) wurde diesem auch aufgetragen, sich auf seiner Reise nach Wien zuerst nach Mailand zu begeben und den Grafen Theodoro Frivulzio aufzufordern, ihm die, durch den Principe deCastillan von Madrid weggeführten sechs Bücher des Grafen Hanns Khevenhüller nebst den ebenfalls weggeführten Schreibtischen auszuhändigen. Dieselbe Forderung vertrat Franz Christoph auch in einem Schreiben an Kaiser Ferdinand II.63). Er konnte die Bücher dann auch tatsächlich erhalten. Sie blieben bis 1893 in Kammer am Attersee und wurden bei der Versteigerung mitsamt den Protokollbüchern von Franz Christoph von Kende um 2000 fl. verkauft. Erworben wurden sie noch im selben Jahre vom Germanischen Nationalmuseum Nürnberg64), wo sie sich noch heute befinden 65).
Ein Teil von den Originalen dieser in den Protokollbüchern kopierten Korrespondenzen befindet sich im H.-H.- und Staatsarchiv Wien, verstreut in der Staatenabteilung Spanien und in anderen Beständen, von denen die Fasz. 26 bis einschließlich 28 der „Großen Korrespondenz" einen größeren Bestand bilden und in der österreichischen Nationalbibliothek. Diese größeren Bestände sind: I. Im Staatsarchiv:66).
Fasz. 26: Korrespondenz des Grafen Hanns Khevenhüller:

  1. Hanns Khevenhüller an Adam von Dietrichstein, Obersthof -meister Rudolfs II. (1 St.; 1581 März 20>.
  2. Hanns Kevenhüller an Herzog Ernst von Bayern (4 St. Kon
    zepte aus den Jahren 1597—1602).
  3. Hanns Khevenhüller an seinen Bruder Bartholomäus Khevenhüller (98 St. aus den Jahren 1579—1605).
  4. Hanns Khevenhüller an Georg Khevenhüller, Obersthofmeister
    Erzherzogs Karl von Innerösterreich (1 St.; 1579).
  5. Hanns Khevenhüller an Hans Nusser, Kammerdiener Rudolfs II.
    (2 St. aus den Jahren 1595—1596).
  6. Adam von Dietrichstein an Hanns Khevenhüller (72 St. aus den
    Jahren 1576—1589).
  7. Leonhard von Harrach an Hanns Khevenhüller (78 St. aus den
    Jahren 1578—1590).
  8. Leonhard von Harrach der jung, an Hanns Khevenhüller (2 St.
    aus dem Jahre 1594).

Fasz. 27: Korrespondenz des Grafen Franz Christoph Khevenhüller:

  1. Erzherzog Leopold, gewesener Bischof von Passau, an Franz
    Christoph Khevenhüller (57 St. Originale und Kopien nebst
    einigen Duplikaten, zusammen 64 Briefe aus den Jahren 1621
    bis 1631).
  2. Hermann von Questenberg an Franz Christoph von Kheven
    hüller (110 St. aus den Jahren 1622—1628).
  3. Kaiser Ferdinand III. an Franz Christoph Khevenhüller (1 St.;
    1640).
  4. Matthias und Ferdinand Khevenhüller an ihren Vater Franz
    Christoph Khevenhüller (Zusammen 17 St. aus den Jahren
    1630—1631 und 1648—1649).
  5. Georg Moßhamer an Franz Christoph Khevenhüller (3 St. aus
    den Jahren 1635 und 1641—1643).

Fasz. 28: Korrespondenz des Grafen Franz Christoph Khevenhüllev:

  1. Maximilian von Bayern an Franz Christoph Khevenhüller
    (138 St. aus den Jahren 1619—1629 und 1631—1650).
  2. Baron von Teufel an seinen Schwiegersohn Franz Christoph
    Khevenhüller (85 St. aus den Jahren 1614—1646 und 1647).
  3. Verschiedene Personen an Franz Christoph Khevenhüller (22 St.
    aus den Jahren 1615—1650).
  4. Hoeswinkl (?) an Franz Christoph Khevenhüller (123 Bll. aus
    den Jahren 1623—1647).

II. In der Nationalbibliothek:

Bibl. Pal. Vind. Cod. 14755: Khevenhüller Franciscus Christo-phorus de: Commercium publicarum litterarum 1618—1644; 628 Bll., alte und neuere Foliierung, wobei die neuere von fol. 1 bis fol. 628 durchlaufend, hingegen die alte nur teilweise fortlaufend ist. Auf dem Vorblatt findet sich der Vermerk: Supplem-(entum) 2416. Hlpgt. F. Chr. Khevenhüllers amtliche Korrespondenz 1618—1644.
Der Kodex enthält ca. 450 Schreiben und Konzepte zu politischen Referaten in spanischer, französischer, italienischer, lateinischer und deutscher Sprache. Darunter finden sich eigenhändige Schreiben von Olivares, Maximilian von Bayern, Erzherzog Leopold, von Franz Christoph Khevenhüller selbst sowie von verschiedenen spanischen und deutschen Hofbeamten und Ministern. Es finden sich darin auch Aufzeichnungen von Franz Christoph in seiner Eigenschaft als Obersthofmeister der Gemahlin Kaisers Ferdinand III. über Hofrechnungen und Reisen der Kaiserin.

Ebenfalls in den Kodex eingebunden sind einige kleinere Traktate, deren Schreiber nicht zu identifizieren sind, wie zum Beispiel 67); „Apurtamientos hechos por la Junta, sobre los capitulationes del casamiento del ser(enissi)mo Rey de Vngaria, con la ser(enissi)ma Infante Dona Maria, los dela Junta fueron El Duque Medina de la Torres, El Marques de la Ynojosa, El Juan de Villela, y s(erenissi)mo Jeronimo de la Torre" (fol. 99 bis 105).
„Discurso de las causas que facilitarion la Empressa de la Valtelina. La quartue Imperdu antes rosolitor. Dificultosa mas anu por ymposita Segune Zara constar se las rationes que -;ont(i)ene este papel" (fol. 590—595).
Verschiedene Originale sind auch noch im Besitz der Familie Kheven-hüller-Metsch; auch das Khevenhüller-Depot im Staatsarchiv weist unter dem Titel: „Khevenhüller-Frankenburg, Franz Christoph, Graf, Spanische Mission, 1625—1629, betreffend die Heirat des Königs Ferdinand mit der Infantin Maria" 68) eine größere Anzahl davon auf. Nachforschungen in Spanien, vor allem in Simancas, würden sicherlich noch größere Bestände an Originalschreiben von Khevenhüller zu Tage bringen09).
Viele der von mir eingesehenen Originale aus den oben angeführten Beständen, tragen den Vermerk „Eingeschrieben", womit vermutlich deren Eintragung in Protokollbücher zu verstehen sein wird. Dieser Vermerk findet sich auch auf Schreiben aus den Jahren 1626 bis 1650. Es ist demnach anzunehmen, daß Franz Christoph auch Gesandtschaftsprotokolle von 1626 bis 1630 hatte anfertigen lassen 70); ob solche heute noch in gebundener Art wie die oben, S. 18 angeführten, existieren, konnte ich bisher noch nicht feststellen.
Von den privaten Korrespondenzen Franz Christophs sei hier abschließend nur auf den Briefwechsel mit dem obderennsischen Landeshauptmann Hans Ludwig von Kuefstein hingewiesen, der heute noch größtenteils erhalten ist 71). Interessant hierbei sind die Briefe Franz Christophs über den obderennsischen Bauernaufstand von 1632 und über die Gegenreformation. Dieser Briefwechsel gibt auch Aufschluß über die Entstehungsgeschichte der „Annales Ferdinandei".


  1. Vorliegende Abhandlung ist, allerdings zum Zwecke der selbständigen Veröffentlichung überarbeitet und erweitert, dem vierten Teil der vom Verfasser bei Herrn Professor DDr. Karl Eder eingereichten Dissertation „Untersuchung zur Quellenlage der Khevenhüller'schen Annalen" (Graz 1953) entnommen.
  2. F. Gallati, Der Königlich Schwedische in Deutschland geführte Krieg des Bogislav Philipp von Chemnitz und seine Quellen (Frauenfeld 1902).
  3. K. Eder, Bernhard Raupach (1682—1745) ein Reformationshistoriker (Festschr. z. Feier d. 200j. Best. d. H.-, H.- u. Staatsarch. Wien, 2 Bde. Wien 1949, Bd. I, S. 714—725).
  4. H. R. v. Srbik, Geist und Geschichte vom Deutschen Humanismus bis zur Gegenwart, 2 Bde. (München/Salzburg 1950/51), Bd. I, S. 81.
    Mitteilungen, Band 9
  5. Die Fachliteratur griff aus den Annalen nur Teilaspekte heraus, besonders gerne das Wallensteinproblem oder einzelne Berichte Khevenhüllers über irgendeine diplomatische Aktion. So — um nur einige bedeutende Bezugnehmer zu nennen —, Ranke, Pekar und Srbik in ihren Wallensteinarbeiten, Gindely, Hammer-Purgstall und Loserth in ihren reformationsgeschichtlichen Untersuchungen, oder Turba in seinen Arbeiten über die Hausmachtstellung des Hauses Habsburg u. a. Größere historiographische Arbeiten, wie die von J. N. v. Vogel (Specimen Bibliothecae germaniae Austriacae, 2 Bde. Wien 1783/85, Bd. II/2, pag. 712—713), L. Wachler (Geschichte der historischen Forschung und Kunst, 5 Bde. Göttingen 1812/20, Bd. 1/2, S. 932—933), F. X. v. Krones (Grundriss der österreichischen Geschichte, 5 Bde. Wien 1878/82, Bd. I, S. 43, Anm. 22; III, A 450), F. X. v. Wegele (Geschichte der Deutschen Historiographie, München/Leipzig 1885, S. 254, 357—358), und A. Coreth (Österreichische Geschichtsschreibung in der Barockzeit 1620—1740, Wien 1950, S. 68—71), stützten sich teils auf die oben erwähnten Untersuchungen der Teilaspekte, teils aufeinander, oder beurteilen das gesamte Werk aus der Zeitlage, wie etwa A. Wolf (Geschichtliche Bilder aus Österreich, 2 Bde. Wien 1878, Bd. I, S. 161—169) oder auch Coreth. Eine genauere Bearbeitung von J. F. Runde (Des Grafen Franz Christoph Khevenhüller Ferdinandeische Jahrbücher in einen pragmatischen Auszug gebracht und berichtigt, 2 Bde. Leipzig 1778/79) blieb leider bei den Anfängen stehen.
  6. Vgl. L. Bittner, Gesamtinventar des Wiener H.-, H.- u. Staatsarchivs, 5 Bde. (Wien 1934-1938), Bd. I, S. 56*f., 591; Bd. II, S. 17, Bd. III, S. 260.
  7. Es handelt sich hierbei um: „Der Wiener antiquarische Büchermarkt" Nr. 1, 1893 (hrsg. von S. Kende), Broschüre, welche die von Kende anlässlich der Versteigerung des Archivs Kammer 1893 zum Verkaufe erworbenen Archivalien mii einer genauen Beschreibung derselben ausweist — vgl. G. Gugitz, Bibliographie zur Geschichte der Stadt Wien, Wien 1947, 1/286 ff. und R. Till, Wiener Auktionskataloge, Wiener Geschichtsblätter 1954/3, S. 49—53 —; ein Auktionsoffert des Archivs Kammer (Ms. 4 lose Bll., undatiert); ein Aktenverzeichnis desselben Archivs (Ms. 32 lose Bll., undatiert) sowie eine komplette zwölfteilige, erste Druckausgabe der „Annales Ferdinandei" und größere Bestände an Konzepten und Reinschriften dazu. Dieses Material befindet sich mit Ausnahme des größeren Teiles der Konzepte und Reinschriften (vgl. unten, S. 15) im Besitz des Grafen Georg Khevenhüller-Metsch (Niederosterwitz, Kärnten).
  8. Annales Ferdinandei IX, S. 25—27 und „Ausführliche information und anfang des Behemischen Unwesen, woher und welcher gestalt die jetzige unruehe im künigreich Behaimb zu Prag iren Ursprung genumen und was sich darbey verloffen hat", Protokolle der Embaxada, 1618, Nr. 397; vgl. darüber unten, S. 18.
  9. Es wird nach der Originalschreibweise zitiert.
  10. In den Protokollen der Embaxada ist diese nicht verzeichnet. Die übrigen Teile der Information beinhalten die genauen Anweisungen für Khevenhüller, sofort eine Intervention Spaniens herbeizuführen, worüber die Annalen aber nichts berichten.
  11. Zitiert bei J. Stülz, Jugend- und Wanderjahre des Grafen Franz Christoph von Khevenhüller nach seinen eigenen Aufzeichnungen (AöG, Bd. I, 1850, S. 333—395), S. 378—381.
  12. Annales Ferdinandei I, Vorrede.
  13. Oö. Landesarchiv Linz, Annalen 79, fol. 50.
  14. Es wurden sowohl die Beurteilung der Annales Ferdinandei in der
    Fachliteratur daraufhin angesehen, welche Quellen Khevenhüller zugeschrieben werden, als auch eigene Quellcnanalysen angestellt, die diese Unterscheidungen der Quellen ermöglichen. Vgl. meine Dissertation, S. 14—43, S. 260—263 u. a. a. 0.
  15. Darauf einzugehen ist vor allem auf Grund der oben, S. 2, Anm. 7 erwähnten Materialien und des Archivverzeichnisses von Rieberer Mathias S. J., „Generaltiteln des Archivs zu Kammer", Manuskriptpergamentband (Msptbd.) 199 Seiten, aus dem Jahre 1782 (heute im oberösterr. Landesarchiv Linz), möglich.
  16. In der Geschichtsschreibung der Khevenhüller wird angenommen, dass bereits Augustin Khevenhüller (gest. 1519) genealogische Aufzeichnungen angefertigt hatte, von denen aber nichts mehr erhalten blieb, „weil seine maiste Schriften in der Villacher brunst durchs Feyr verzehrt worden . .. sein fleiß und embsigkeit aber ist auß etlichen gemainen Schriften und unter anderen, daß er aller seiner khinder geburth, von eigner hand in ein bibel so noch zue Wern-berg aufgehebt wird, verzaichnet, zue ersehen . . ." ; vgl. J. F. C. Fürst Kheven-hüller-Metsch, Geschichte der Khevenhüller (Hs. 5 Bde. 1885—1900, H.-, H.- a. Staatsarchiv Wien, Khevenhüllerdepot, Bd. L, S. 98, zitiert nach G. Moß-hammer's Khevenhüllergenealogie — siehe darüber, unten S. 12). Als eigentlicher Begründer der khevenhüllerschen Familiengeschichtsschreibung ist allerdings erst Christoph Khevenhüller (1503—1557) anzusehen, von dem vielfach bezeugt ist, daß er nicht nur eine „Genealogia Khevenhüllerorum", sondern auch ein Werk, „Annales Ferdinandeorum" betitelt, begonnen hatte, zu denen jedes Familienmitglied seine eigenen Aufzeichnungen in Tagebüchern und dgl. beitrug (Geschichte der Khevenhüller, Bd. II, S. 31 u. a. a. 0.). Hier ist eine Familientradition verfolgbar, mit auch heute noch zum größten Teil im Original oder als Kopie erhaltenen Chroniken dieser Zeit, die an einem Beispiel die Fruchtbarkeit der seit Beginn des 16. Jahrhunderts einsetzenden und im besonderen Maße bis in die Mitte des 17. Jahrhunderts nachspürbaren antiquarisch-genealogisch-diplomatischen Tätigkeit des österreichischen Landadels, aufzeigen könnte. Es ist zu bemerken, daß, abgesehen von O. Brunner's Werk, Adeliges Landleben und europäischer Geist (Salzburg 1948) und gelegentlichen Äußerungen von A. Lhotzky, die seit dem programmatischen Aufsatz von K. Bednar (Anmerkungen zur Geschichte der Territorialhistoriographie Österreichs seit Thomas
    Ebendorfer, Jb. d. Lkde. v. Nö., Bd. 25, 1932, S. 200—206) eingesetzten Arbeiten an einzelnen Historiographen dieser Periode, den Anschluß an diesen eigen artigen Kulminationspunkt österreichischer Geschichtsschreibung noch nicht gefunden haben. Bei den eigentlichen Khevenhüller-Monographien von H. Hermann
    (Die Khevenhüller, Carinthia I, 1854, Nr. 5—10), D. Fiedler (Die weiland Khevenhüllersche Majoratsgrafschaft Frankenburg und deren nächste Umgebung in ihrer Beziehung zur vaterländischen Geschichte, Wien 1860) und B. Czerwenka (Die Khevenhüller, Geschichte des Geschlechtes mit besonderer Berücksichtigung des 17. Jahrhunderts, Wien 1867) konnte die Darstellung einen
    zusammenfassenden Überblick über die Familienaufzeichnungen nicht gestatten. Einzelne wertvolle Hinweise geben, Khevenhüller-Schlitter (Aus der Zeit Maria Theresias, Tagebuch des Fürsten Johann Josef Khevenhüller-Metsch, kaiserlichen Obersthofmeisters 1742—1776, 7 Bde., Wien 1907—1925, Bd. I, S. 1-90), L. Bittner (a. a. O.), I. Zibermayr (Das oberösterreichische Landesarchiv in Linz im Bilde der Entwicklung des heimatlichen Schriftwesens und der Lan
    desgeschichte, 3. Aufl., Linz 1950, S. 200—201) und die dort angegebene Literatur. Ein eigener Aufsatz über die Geschichtsschreibung der Khevenhüller im 16. und 17. Jahrhundert ist in Vorbereitung.
  17. Vgl. über ihn, Khevenhüller-Schlitter, a. a. O., S. 11—21.
  18. Vgl. über ihn, ebendort, S. 22—25.
  19. Es befindet sich heute im Khevenhüller-Depot im H.-H. u. Staatsarchiv Wien. Vgl. auch B. Czerwenka, Die Khevenhüller, S. 117—118. Bartholomäus sammelte auch mit großem Fleiße Notizen über die österreichischen und deutschen Zustände in allen Archiven, Hofkammern und Landtafeln, er stand in Verbindung mit maßgebenden Kreisen, so daß er einen beträchtlichen Teil zu den „Annales Perdinandeorum" seines Vaters Christoph und seines Bruders Hanns beifügen konnte (vgl. J. F. C. Khevenhüller-Metsch, Geschichte der Khevenhüller, Bd. II, S. 51—52). Im Jahre 1610 trug er seinem Sohne Franz Christoph auf, von Beginn des nächsten Jahres an, die „Annales Khevenhüller!" und die „Annales Ferdinandeorum" weiterzuführen (ebd. und J. Stülz, Jugend-und Wanderjahre, S. 372).
  20. Das Tagebuch, autograph, ebenfalls im Khevenhüller-Depot. Über seine Lebensbeschreibungen und seine Gesandtschaftsberichte, vergleiche unten, S. 18.
  21. Die Zeit des Übertritts ist nicht genau bekannt. Sein Aufenthalt in Italien und Frankreich, die gegenreformatorische Strömung in Österreich sowie seine innere Neigung zum alten Glauben, dürften ihn dazu beeinflußt haben.
  22. Dies geht besonders aus der Korrespondenz Khlesls mit Khevenhüller in den ersten Jahren seiner Gesandtschaft in Madrid hervor; vgl. die Protokolle der Embaxada zu den Jahren 1617, 1618 und 1619. Charakteristische Beispiele dafür bringt Hammer-Purgstall im Anhang zu seiner Khlesl-Monogi'aphie (Khlesl's des Cardinais, Direktors des geheimen Cabinets Kaisers Matthias, Leben; 4 Bde. Wien 1847-1851).
  23. Antrittsinstruktion datiert, Prag 1617 Februar 3, Original H.-H.- n.
    Staatsarchiv Wien. Khevenhüller traf am 23. Mai 1617 in Madrid ein (vgl. u. a. J. Stülz, Jugend- und Wanderjahre, S. 365 auch Annales Ferdinandei VIII, S. 1173 f.) und verließ Spanien endgültig im Dezember 1629 (vgl. u. a. Annales Ferdinandei XI, S. 1497, 1498).
  24. Bereits 1604 hatte er in Padua Tagebuch zu führen begonnen und setzte dies auch weiterhin fort. Von seinen Tagebüchern ist leider keines mehr aufzu finden (vgl. J. F. C. Khevenhüller-Metsch, Geschichte der Khevenhüller, Bd. II, S. 103 und 165).
  25. Die folgenden Manuskripte werden in der überlieferten Originalzitie
    rungsweise angeführt ohne die stellenweise unorthographische Schreibweise zu berichtigen.
  26. Titel und Inhalt aus: Der Wiener antiquarische Büchermarkt.
  27. Titel und Kollation: Der Wiener antiquarische Büchermarkt. Ursprung
    lieh dürften, wie aus den angegebenen divergierenden Jahres- und Seitenzahlen zu ersehen, mehr Bände als angegeben existiert haben. Die fehlenden sind aber nicht mehr auffindbar.
  28. Titel etc.: Der Wiener Antiquarische Büchermarkt.
  29. Khevenhüller-Schlitter, Aus der Zeit Maria Theresias usw. Bd. I, S. 45, Anm. 5.
  30. Vgl. F. Krackowitzer, Das Archiv zu Schlüsselberg im oberösterreichi-
    schen Landesarchiv zu Linz (Linz 1899), S. 39.
  31. Titel etc.: Der Wiener Antiquarische Büchermarkt.
  32. Khevenhüller-Schlitter, a. a. 0., Bd. I, S. 45, Anm. 5.
  33. Inventarverzeichnis des Khevenhüller-Depots, im H.-, H.- u. Staatsarchiv Wien.
  34. Ebd.
  35. Das Werk befindet sich im Khevenhüller-Depot im H.-H.- u. Staatsarchiv Wien. Vgl. oben, S. 7, Anm. 16.
  36. Nach A. Czerny, Die Handschriften der Stiftsbibliothek St. Florian (Linz 1871), S. 175—176, ist dieses Ms. datiert, Madrid 1628.
  37. Titel etc.: Der Wiener antiquarische Büchermarkt.
  38. Titel etc. ebd.
  39. Titel etc. ebd.
  40. Titel etc. ebd. — Dieses Ms. befand sich ebenfalls im Besitz von Dr. Albert Figdor (Khevenhüller-Schlitter, a. a. O., Bd. I, S. 47, Anm. 7) und ist heute verschollen.
  41. Annales Ferdinandei I, Vorrede.
  42. Durch das Reformationspatent Kaiser Ferdinand's II. vom Jahre 1628 war der gesamte österreichische protestantische Adel gezwungen, entweder den katholischen Glauben anzunehmen oder auszuwandern. Auch die Khevenhüller hatten sich der Mehrzahl ihrer Glieder nach zu entscheiden. Die Häupter des Geschlechtes in Kärnten zogen die Auswanderung vor, wodurch große Teile des Familienbesitzes verloren gingen, so vor allem Landskron. Vgl. B. Czerwenka, Die Khevenhüller, S. 369 f. und P. Dedic, Kärtner Exulanten des 17. Jahrhunderts, IV. Teil, Die Khevenhüller (Carinthia I, 142. Jg., 1952), S. 350—353.
  43. Titel etc.: Der Wiener antiquarische Büchermarkt.
  44. Titel und Kollation, ebd.
  45. Sammelband des Hausarchivs 324.
  46. Titel etc.: Der Wiener antiquarische Büchermarkt.
  47. Nach einer schriftlichen Mitteilung des Direktors des Berliner Schloßmuseums an den Herrn Grafen Georg Khevenhüller-Metsch vom 8. Jänner 1940 (K. 263/39. Z. 4461/1939). (Kärntner Landesarchiv, Klagenfurt).
  48. Nach schriftlichen Mitteilungen vom Deutschen Zentralarchiv Potsdam, Sanssouci-Orangerie, vom 27. März 1952 (Dr. Klar) und vom Staatsarchiv Marburg a. d. Lahn vom 5. Mai 1952 (Prof. Dr. Dehio). — Erst nach Abschluß meiner Dissertation stieß ich hier im H.-H.- u. Staatsarchiv noch auf folgende historische Arbeiten von Franz Christoph: 1. Originalmanuskript zu den „österreichischen Heiraten" (Staatsarchiv, Suppl. 481). 2. Historia seiner Hochzeit mit Barbara Teufelin am 6. Mai 1613 (ebd., Suppl. 959). 3. Konzepte seiner „Historia del Emperador Ferdinando 2" (ebd., Suppl. 980). 4. „Historia der vornehmsten Reichsgeschichten" und „Österreichische Heirathen", 7 Bde. Darauf kann hier noch nicht eingegangen werden. Es wird auf den oben, S. 7, Anm. 16 in Aussicht gestellten Aufsatz verwiesen.
  49. H.-H.- u. Staatsarchiv Wien, Fasz. IV, 77a, Genealogische Tafeln und Schriften saec. XVI—XVII, 29. Bll., B. Chronologischer Auszug aller Kheven-hüllerschen dem durchlauchtigsten Hauß Österreich erwiesenen unterthänigsten Diensten, fol. 25.
  50. Ebd. fol. 25'.
  51. Diese Mss. wurden 1893 aus dem Kunstantiquariat S. Kende erworben und sind heute in der Nationalbibliothek neu eingeordnet als Codices Vindo-bonenses series nova — hier abgekürzt ser. n. zitiert — 2247 bis 2342. Diese Nummern wurden in den Jahren 1911 bis 1912 gebunden, wobei in einzelnen Fällen kleinere Verwechslungen in der Zusammenstellung der Bogen entstanden.
  52. Annales Ferdinandei IX, Vorrede des Herausgebers.
  53. Vgl. sein Archivverzeichnis von Kammer an verschiedenen Stellen.
  54. I. Zibermayr, Landesarchiv, S. 201.
  55. Vgl. das Archivverzeichnis von M. Rieberer und die oben S. 2, Anm. 7, angeführten Offerte.
  56. Er wurde 1893 von S. Kende erworben (Anzeiger des Germanischen Nationalmuseums Nürnberg, Jg. 1893, S. 37).
  57. Titel etc.: Der Wiener antiquarische Büchermarkt.
  58. Titel etc., edb.
  59. Titel etc., edb. Mitteilungen, Band
  60. Eine Reihe von Originalschreiben darüber befinden sich im Besitz des Herrn Grafen Georg Khevenhüller-Metsch (in seinem Inventar des Archivs Kammer unter den Nrr. 1—45).
  61. „ .. . fürnehmlich aber, was oberwähnte Kayserliche, königliche und Erzherzogliche Schreiben von eigener Hand betrifft, deren die Meisten unter meinem Petschaft bewahret, und meine geschriebene Bücher, sind zur Stund in einem Schreibtisch, wie ichs dann allzeit zu halten gepflogen, zu legen, versiegeln, und bis es meinen Erben, diesem meinem Testamente nach, eingeantwortet werde, unversehret halten, und solches alles an berührte meine Erben zu ihren sicheren händen und ewiger gedechtnuß ein- und zuantworten lassen..." (Original, dat. 1605 August 6 Madrid, Landesarchiv Linz, Geschlechterurkunden, fol. 15 f., 1. c).
  62. Siehe oben, S. 5.
  63. Nach J. Stülz, Jugend- und Wanderjahre, S. 378, ohne näheres Datum.
  64. Vgl. R. Schmidt, Die Briefbücher der Grafen Hanns und Franz Chri
    stoph Khevenhüller (Mitteilungen aus dem Germanischen Nationalmuseum Nürn
    berg, Jg. 1893, S. 57—95), S. 57.
  65. Schriftliche Mitteilung des Germanischen Nationalmuseums vom 6. März
    1952 (Dr. Zink).
  66. Über den Erwerb der Faszikel durch das Staatsarchiv, vgl. L. Bittner, Gesamtinventar, Bd. I, S. 591.
  67. Es wird nach der historischen Schreibweise zitiert, ohne die grammatikalischen oder orthographischen Fehler zu berichtigen.
  68. Vgl. das Inventarverzeichnis.
  69. Vgl. Julian Paz, Cataloga II. Secretaria de Estado. Capitulaciones con la casa de Austria y Papelles de las Negociaciones de Alemania, Sajonia, Polonia, Prusia y Hamburgo, 1493—1796 (AöG, Bd. 103, S. 163—433, 1. Auflage; 2. Auflage veranstaltet vom Consejo Superior de Investigaciones Cientificas, Madrid 1942, 425 Seiten). Und vom selben Verfasser, Archivo General de Simancas. Catalogo II Secretaria de Estado. Documentos de las negociaciones de Flandes, Holanda y Bruselas. 1506—1795 (2. Aufl. Madrid 1946, 541 Seiten), zusammen mit Ricardo Magdaleno, Archivo General de Simancas. Catalogo XVII. Secretaria de Estado. Documentos relativos a Inglaterra. 1254—1834 (Madrid 1947, IX und 598 Seiten).
  70. Diese Vermutung wird durch das Archivverzeichnis von M. Rieberar bestärkt. Er führt auf S. 188 ff. an: 1571—1576 Protocoll aller von Hanns Khevenhüller an den Kaiser Maximilian II. aus Madrid geschriebenen Briefen; 1577—1606 Protocolle an Kaiser Rudolf II. Er erwähnt aber nicht, ob dieselben in Bände gebunden sind, doch decken sich die angegebenen Jahreszahlen mit denen unserer Protokollbücher von Hanns Khevenhüller. Weiters erwähnt Rieberer im Hinblick auf Franz Christoph: 1617 Protocoll aller zu Madrit empfangenen und geschriebenen Gesandtschaftsbriefe; 1617—1630 Protocoll aller in Geschäften der spanischen Braut unordentlich eingeschriebenen Briefe; 1618—1624 (außer 1620) Protocoll der Legationsbriefe; 1624 Voluminöse theils Legations-Briefe theils geheime Zeitungen; 1624—1629 Kayser. Königl. und andrer an den spanischen Gesandten geschriebene Urkunden, meistens über die Plumbische Reichslehen; 1625—1629 Protocoll der Gesandtschafts-Briefe (1629 meistentheils über die Reise der spanischen Braut); 1630—1631 Kaysez1- und Fürsten-Briefe über die Reise der spanischen Braut. Auch hier erwähnt Rieberer nicht, ob ein Teil davon gebunden ist, doch decken sich auch hier die Jahre 1617—1625 mit denen unserer Protokollbücher von Franz Christoph Kheven-hüller.
  71. Vgl. E. Straßmayr, Das Schloßarchiv Weinberg, Oberösterreich (Festschrift zur Feier des zweihundertjährigen Bestandes des Haus-, Hof- und Staatsarchivs Wien, Bd. I, S. 139—150, S. 147—149).