| Dissertation
(Auszug)
Zur
Quellenlage der "Annales Ferdinandei" des Grafen Franz
Christoph Khevenhüller- Frankenburg.
Von Kurt Peball (Wien).
Aus
der Historiographie im Zeitalter des konfessionellen Absolutismus
und der auslaufenden Barockzeit sind es drei Geschichtswerke,
die entscheidenden Einfluss auf die spätere Geschichtsschreibung
und Beurteilung des Dreißigjährigen Krieges, der
österreichischen Reformationsgeschichte und der Konfessionspolitik
Kaiser Ferdinand’s II. ausübten. „Der Königlich Schwedische
in Deutschland geführte Krieg" (4 Teile, gedr. Stettin/
Stockholm 1648—1853) des Schlesiers Philipp Bogislav von Chemnitz
(1605—1678), der in den Diensten der schwedischen Königin
Christine schrieb, des protestantischen Hamburger Pastors Bernhard
R a u p a c h (1682—1745), „Evangelisches Österreich“ (4
Teile, gedr. Hamburg 1732— 1747) und die „Annales Ferdinandei"
(1. Aufl., 9 Teile, gedr. Regensburg/ Wien 1640—1646; 2. Aufl.,
12 Teile mit 2 Supplbdn., gedr. Leipzig 1721 — 1726) des österreichisch-kaiserlichen
Gesandten und Geheimen Rats, Franz Christoph Khevenhüller,
Graf von Frankenburg (1588—1650), der im Auftrage Kaiser Ferdinand's
II. schrieb.
Chemnitz' Werk fand eine eingehende quellenanalytische Untersuchung
und historiographisch bestfundierte Würdigung durch Frieda
Gallati2). Die historiographische Würdigung von Raupach
hat jüngst Karl Eder eingeleitet3). Einer solchen entbehren
aber bisher die Annales Ferdinandei. Bei diesen wäre zwar
weniger ihre Tendenz interessant — Srbik hat diese unabänderlich
als prokatholisch und prokaiserlich ein für alle Male fixiert4),
als vielmehr die Beantwortung der Frage nach den Quellen Khevenhüllers.
Daran aber scheiterten die bisherigen Beurteilungen der Annalen
in der Fachliteratur. Es wurde nämlich versäumt, die
innere Struktur des gesamten Werkes genau zu berücksichtigen,
die Fähigkeiten und Informationsmöglichkeiten Khevenhüllers
objektiv zu beachten, und vor allem, auf das Material seiner
Vorarbeiten Bezug zu nehmen5). Schwierige Lesbarkeit des von
sinnstörenden Druckfehlern stark durchsetzten Werkes, die
Ungunst der Quellenlage — bekanntlich wurde im Jahre 1893 das
Khevenhüllerfamilienarchiv Kammer a. Attersee (Oberösterreich),
worin sich bis dahin ein Großteil der Quellen und Vorarbeiten
zu den Annalen befunden hatte, versteigert6) — und eine konfessionspolitische
Polemik, dürften die Gründe dafür gewesen sein.
Einige überraschende Funde der letzten Zeit machen dies
aber nun möglich7).
Es ist die Absicht dieser Abhandlung, im Rahmen der Frage nach
den Quellen der „Annales Ferdinandei" auch auf ein reichhaltiges
Quellen-material aufmerksam zu machen, das nicht nur hinsichtlich
der Annalen aufschlussreich, sondern auch für die Geschichte
Österreichs an der Wende des sechzehnten zum siebzehnten
Jahrhundert bis zum Dreißigjährigen Krieg bedeutsam
ist, vor allem im Hinblick auf die politischen Beziehungen zu
Spanien. Es werden hier mit bewusstem Verzicht auf einen genauen
quellenanalytischen Beweisgang, so genannte „originale Quellen"
zu den „Annales Ferdinandei" mitgeteilt, wobei unter dieser
Art von Quellen Aufzeichnungen historischen oder politischen
Inhalts von Franz Christoph Khevenhüller selbst oder von
seinen Vorfahren zu verstehen sind.
Die
Quellen der „Annales Ferdinandei".
Schon
die flüchtige Lektüre der Annalen zeigt fast ausschließlich
eine fortlaufende Zusammenstellung und Verarbeitung von schriftlichen
Dokumenten verschiedenster Art. Dass man dabei meist mit Sicherheit
die Quellen feststellen kann, ist aus dem Grunde möglich,
weil der Verfasser dieselben gewöhnlich so wiedergibt,
dass ein Zweifel ausgeschlossen ist. Aber er verarbeitet sie
nur äußerst selten so, dass er ihren Inhalt zusammenfasst
und auf seine eigene Weise erzählt; oftmals lässt
er vielmehr kürzere und längere Stellen weg und schließt
sich im übrigen genau seinen Quellen an. Vergleicht man,
beispielsweise, die Erzählung der „Annales Ferdinandei"
über Ursachen und Anfang des Böhmischen Aufstandes
von 1618 (B) mit der kaiserlichen Information darüber an
Khevenhüller nach Madrid8) (A), so ergibt der Textvergleich9):
|
A: |
B: |
„Nachdem
ir kay. may. ao.. 1611 in das Behemische regiment eingetreten
ist alsbald darauf vom h. abten zu Braunau ein clag einkumen,
wie dass seine underthanen zu Braunau wider seinen willen
ein kirchen in seiner statt baue- ten mit bitt, weil sie
dessen nit befuegt, ir kay. may. gerueheten solches bey
ge- dachten seinen underthanen zu Braunau einzustellen.
Hierüber haben ir kay. may. auf guetachten der herrn
obristen landofficier, denen Braunauern umb bericht zugeschriben
und dass sie underdessen den pau einstöllen solten,
welchem bevehl aber sie nit nachkumen, noch ainigen bericht
ihrer kay. may. nit gethan, sondern im bauen fortgefahren,
auch von den defensorn ein schreiben darüber bekumen,
dass sie ungeacht ihrer kay. may. inhibition disen pau einen
weg als den andern in das werk setzen und vollführen
sollten, welches auch beschehen.
Wider dieses hat sich der herr abt jederzeit beschwert,
ir may. aber haben wegen deroselben aus dem künigreich
Behamb verraisen, auch wegen der inmittels zwischen dero
landen fürgefallnen unterschidlichen hochwichtigen
handlungen und gescheften diese sachen differieren muessen.
Letztlich aber im 1616. jahr sich nach ersehung baides des
mayestetsbriefs (inwelchem nur allain den ständen und
nit denen underthanen kirchen zu pauen bewilliget) dann
auch der zwischen denen sub ultraque und una aufgerichteten
verainung (in welchem den underthanen auf den kaysel. herrschaften
ebenmäßig kirchen zu bauen wie sub litera A.
und B. zu sehen, zuegelassen worden) dahin gnädigst
in persönlicher Audienz zu Brandeiß gegen den
herrn grafen von Thurn und andern zwayen defensorn also
resolviert: ir. may. kündten nit befünden, dass
den underthanen auf den geistlichen grunden kirchen zu pauen
zuegelassen seye…“ |
„
.. . nachdem Kayser Matthias ao. 1611 in das Böheimische
regiment eingetre- ten ist alsbald darauf der abt von Praune
(Braunau) wider seine unthertanen die auf seinen grund,
boden und in der eigenen Stadt eine neue uncatho- lische
kirchen zu bauen angefangen, klagweiß einkommen und
um einstel- lung, weil sie hierzu keines weges be- fugt,
und ihm also ihren Herrn, ohngeacht er es zu mehrmahlen
abgeschafft, indem enigsten nicht gehorsamen wollen, nicht
allein aller unterthänigst, sondern auch gedachte seine
unterthanen zu dem gebührenden und schuldigen gehorsam
mit interponierung der Kayserl. und Königl. Autorität
zu halten.
Hierüber haben ihro Kayserl. Majest. denen Braunauern
umb bericht zugeschrieben, dass sie unterdessen den Bau
einstellen sollten, welchen Befehl sie aber nicht allein
nicht nachkommen, sondern auch ihr. Kayserl. Mayest. mit
keiner einigen antwort gewürdiget, in den Bau fortgefahren
und zur verklein- und verschimpfung ihro Kayserl. Majest.
autorität ihre zuflucht zu den Defensorn genommen,
von denen sie ein schreiben erhalten, dass sie ohngeacht
ihro Kayserl. Majest. inhibition, diesen Bau eines Weg als
den andern ins Werk setzen und vollführen sollen, dass
auch beschehen, wider welches der gedachte Abt sich dann
zum höchsten beschweret. Ihro Majestät aber haben
wegen derselben aus dem königreich Böheimb verreisen,
auch wegen der inmittelst zwischen dero landen. Fürgefallenen
unterschiedlichen hochwichtigen handlungen und geschäften,
diese sachen differieren müssen, letztlich aber im
1616 jahr sich nach ersehung beydes des Majestäts-Briefes,
in welchem nur allein den ständen und nicht den unterthanen
kirchen zu bauen bewilliget, dann auch darzwischen sub utraque
und una aufgerichteten vereinigung, (in welcher denen unterthanen
auf den kayserlichen herrschaften ebenmäßig kirchen
zu bauen zugelassen worden) dahin gnädigst in persönl.
audienz zu Brandeiß gegen dem Grafen Heinrich Matthesen
von Thurn und anderen zweyen defensorn resolviret: ihro
Maj., könnten nicht befinden, daß den underthanen
auf der geistlichen grund und boden kirchen zu bauen und
durch ihre angezogene Priviliegia vergunt sey…“ |
In
dieser Weise stimmen die beiden Texte überein bis zum Absatz
der Information:
„Ungeachtet dieser kayserl. inhibition sein die defensores den
Montag post dominicam rogationum wieder zusammen kummen, den
vorgehenden Sonntag aber in allen kirchen eine schriftliche,
zu allem ansehen nach anderst zu nichts denn nur zu ainer aufruehr
geraichende ermahnung von den canzeln durch ihre prediger publicieren
lassen, inmaßen ob solcher sub E beyliegend ermahnung
zu vernemben…“
Der
Text der Annales benützt nun nicht mehr die Information
weiterhin als Quelle, sondern bringt sofort den Wortlaut dieser
„ermahnung" 10). großgedruckt.
In der Regel ist überhaupt alles, was der Verfasser hervorheben
will, vorzüglich ihm besonders wichtig erscheinende Teile
aus Aktenstücken, Relationen etc., durch größeren
Druck ausgezeichnet. Man würde sich aber täuschen,
wollte man meinen, dass nur diese in die Augen springenden Stellen
derartigen Quellen entnommen seien. Khevenhüller schöpft
gerade das zuerst zur Illustrierung der Situation Mitgeteilte
oftmals aus dem gleichen Dokumente, welches er nachher teilweise
großgedruckt in seine Darstellung aufnimmt. So gibt er
längere Partien aus irgendeiner Relation, einer Resolution
oder aus einem Abschied als die Gedanken des Ausstellers derselben
wieder und lässt erst den Schluss des Stückes oder
auch nur ein Mittelstück durch größeren Druck
hervortreten. Dies ist aber erst aus einer eingehenderen Lektüre
ersichtlich, besonders bei der Darstellung von diplomatischen
Verhandlungen in fortlaufender Erzählung. Hierbei hebt
Khevenhüller in der Regel Einzelschriftstücke nicht
gesondert heraus, sondern schachtelt Bruchstücke derselben
— aus dem zugrunde liegenden Original wörtlich übernommen
— sinngemäß ineinander, wie auch oben gezeigt wurde.
Der größte Teil seines Werkes ist eigentlich nichts
anderes als eine Sammlung und Aufsplitterung von Briefen, Aktenstücken
und Literatur.
Die „Annales Ferdinandei" lassen sich so mit einem großen
Mosaik vergleichen, bei dem eine Unzahl vielfältiger, mit
Überlegung und Geschick aneinander gefügter Steinchen
ein einheitliches Ganzes bilden. Den Ursprung dieser vielen
Einzelteilchen wird man nicht immer von vornherein erraten,
denn Khevenhüller nennt seine Quellen nicht und lässt,
eben weil er sie direkt und indirekt wörtlich reproduziert,
den Verfasser nur dann hervortreten, wenn derselbe auch in seiner
Quelle hervortritt. Man wird also der mühseligen Arbeit
nicht enthoben, eine Vielzahl dieser Quellen mit Rückschlüssen
aus der Entstehungsgeschichte der Annalen und aus dem Leben
ihres Verfassers zu rekonstruieren.
Auf diese Weise kann herausgefunden werden, dass in einer Instruktion,
mit der Khevenhüller am 23. Jänner 1621 seinen Hofmeister
Theodor Hartmann aus Madrid nach Wien abfertigte, ".er
erste genauere Hinweis auf die Art eines Teiles der von Khevenhüller
benützten Quellen gegeben wird. Darin heißt es nämlich:
Hartmann habe sich in Linz bei der Witwe des Hieronymus Megiser
und bei dem Astronomen Johannes Kepler, der den Nachlass Megisers
in Verwahrung hatte, zu erkundigen, ob sie ihm (Khevenhüller)
ein Verzeichnis der Stammbücher und Genealogien geben könnten;
ebenso solle er in Wien bei „gelehrten Leuten" nachfragen,
welche Autoren vom letzten ungarischen Krieg, von Erzherzog
Maximilian's Gefängnis in Polen und über das Leben
der Kaiser Rudolf II. und Matthias geschrieben haben, welche
Bücher er kaufen und schicken möge11). Hinweise dieser
Art finden sich auch in der Vorrede zum ersten Teil der „Annales
Ferdinandei". Hier führt Khevenhüller aus, dass
er das kaiserliche Archiv in Wien, verschiedene private und
ständische Archive sowie familiengeschichtliche Aufzeichnungen
— vor allem Aufzeichnungen seines Onkels, des Grafen Hanns Khevenhüller-Frankenburg
— wie auch eigene Korrespondenzen und Berichte für seine
Arbeit benützt habe12). Und in der Tat weisen zum Beispiel
die Annalen der obderennsischen Stände aus, dass die Stände
im Jahre 1634 „die einschlägigen Akten und Landtagsschlüsse
abschriftlich" Franz Christoph Khevenhüller zukommen
ließen 13).
Als Ergebnis dieser Rückschlüsse, die im Einzelnen
weiter geführt worden sind, als hier darauf Bezug genommen
werden kann 14) und aus dem oben über die Methodik Khevenhüllers
Ausgesagten, ergibt sich, dass Khevenhüller für seine
Arbeit folgende, schon durch ihre äußere Beschaffenheit
sich unterscheidende Arten von Quellen benützt hatte:
-
Größere zeitgenössische, gedruckte Geschichtswerke
wie Megisers Arbeiten, das Theatrum Europeum etc.
- Flugschriften,
das heißt, gleichzeitige, gedruckte Berichte
über wichtige Ereignisse, sowie publizierte Briefe und
Akten stücke.
- Familiengeschichtliche,
handschriftliche Aufzeichnungen seiner Vorfahren und andere
eigene historische Arbeiten.
-
Archivalien, worunter private und politische Korrespondenzen,
sog. Kriegszeitungen in Form von Soldatenbriefen und autographe
oder protokollierte Gesandtschaftsberichte zu verstehen sind.
Von vornherein kommt dazu noch die Vermutung, dass mündliche
Mitteilungen und vor allem von Khevenhüller Selbsterlebtes
im Werk ihren Niederschlag gefunden haben.
Originale
Quellen der „Annales Ferdinandei" 15).
A. Familiengeschichtliche Aufzeichnungen der Khevenhüller
lassen sich mit Sicherheit ab Ende des fünfzehnten Jahrhunderts
verfolgen16). Im sechzehnten Jahrhundert sind es neben Bernhard
Khevenhüller (1501— 1548) und Christoph Khevenhüller
(1503—1557) vor allem Hanns Khevenhüller (1538—1606) Graf
von Frankenburg- und kaiserlicher Gesandter in Madrid (1571—1606)
>7) und sein Bruder Bartholomäus Khevenhüller (1539—1613)
18), der Vater des Verfasser der Annales, die Aufzeichnungen
von großer historischer und politischer Bedeutung hinterlassen
haben. Das Tagebuch von Bartholomäus gewährt interessante
Einblicke in die innerösterreichischen Verhältnisse
zur Zeit der Türkenkriege am Ende des Jahrhunderts I0).
Das Tagebuch von Hanns, seine Lebensbeschreibungen, seine protokollierten
Gesandtschaftsberichte aus Madrid an den Wiener Hof und seine
vielfältigen Korrespondenzen sind eine Fundgrube von Materialien
für die Verhältnisse zwischen Österreich und
Spanien im ausgehenden sechzehnten Jahrhundert20).
Die Blütezeit ihrer geschichtsschreibenden Tätigkeit
erlebten die Khevenhüller wohl in der späteren Lebenszeit
von Franz Christoph. Ihm nämlich war es vergönnt,
die mehr oder weniger formlosen Aufzeichnungen seiner Ahnen
zu Genealogien zusammenzufassen und seine Geschichtsschreibung
mit dem monumentalen Werk der Annales Ferdinandei zu krönen.
' Franz Christoph war protestantisch getauft und erzogen worden
und hatte in seiner Jugend, gleich seinen adeligen Altersgenossen,
Studien an der Hochschule in Padua betrieben. Er hatte aber
dabei nicht lange ausgeharrt, sondern bald seine Kavalierstour
durch Italien (1604 und 1605), durch Frankreich, die Niederlande
und England (1607) angetreten. Frühzeitig schon dem Hofleben
zugeneigt, zur Verschwendung veranlagt, lebte er sich rasch
in dieses ein. Vermutlich in den Jahren 1612 bis 1614 konvertierte
er zum katholischen Glauben21)- Begünstigt durch das Ansehen
seiner Familie, deren Reichtum und durch das Wohlwollen des
Kardinals Melchior Khlesl, der in Khevenhüller einen leicht
lenkbaren Mann für seine politischen Pläne sah22),
fand er im raschen Aufstieg zum ordentlichen österreichischen
Gesandten in Madrid, Betätigung und weitestgehenden Einblick
in die hohe Politik seiner Zeit.
In den Jahren 1617 bis 1629 23) entstanden seine ersten größeren
historischen Arbeiten, die aus Tagebuchaufzeichnungon24) und
politischen Verhandlungen hervorgegangen sind. Am 12. September
1617 begann er im Zusammenhang mit seinen Unterhandlungen mit
dem venezianischen Gesandten in Madrid über die Beendigung
des Uskokenkrieges, die Arbeit an einem Manuskript, das die
Geschichte dieses Krieges behandelt. Es ist betitelt25):
„Verzeichnuß etlicher Discurs von den Zengern, Venedigern
und derselben Orth, auch alles Des Jenig, waß sich in
diesem wehrenden Krieg beyläuffig zuegetragen hat, vnd
was darinnen von mier Schrifft und Muendlich ist tractiert worden.
Angefangen zuesam-men zue setzen, Madrit in Spanien, den 12.
Septemb. 1617, von Franz Christoph Khevenhüller";
280 Seiten fol. Hlptbd.2«). Inhalt:
-
Joh. a. Reck Venetum bellum.
-
La elagada de la Republica de Venecia las Parnaso.
- Due
Discorsi dei Vscochj.
A. Wolf spricht die Vermutung aus, daß Franz Christoph
durch den Jesuiten Mayr zur Konversion veranlaßt worden
sei (Geschichtliche Bilder aus Österreich, Bd. I, S.
155). Ranke bezeichnete ihn als einen Freund der Jesuiten,
der aber keinen extremen Meinungen huldigte und ungefähr
so gesinnt gewesen wäre wie Khlesl; überdies wäre
ein Mißtrauen in seine Rechtgläubigkeit für
seine Mission als spanischer Botschafter verderblich gewesen
(Geschichte der Katastrophe Wallensteins, 2. Aufl. Leipzig
1870, S. 466).
- Respuesta
de un Parnasista sobre la muerte de la Reputation
de Espana.
-
Narratione delle guerre Friuli.
-
Ragionamento d'un Senator die Venetia.
-
Difficoltadi delli Capitanei di pace tra il Re Ferdinando
e la
Republica di Venetia.
-
Instruction Herren von Harrachs zu Erzh. Ferdinand Ao. 1616.
Item Articoli della Pace et super eius considerationes Arch.
Ferdinandi.
-
Antwort auf Harrachs Vorbringen.
- Mein
Instruction an Ihr Mt. in Hispanien wegen des venedi
gischen Kriegs.
-
Discurso de un capitan Ragusese sobre los Vscoques.
- Unterschiedliche
venedigische Friedenstractationes.
-
Mein Bericht über Ihr. Drt. Bedenckhen.
Wenngleich dieses Manuskript heute auch nicht mehr auffindbar
ist so sieht man doch aus dem Inhalt, daß es sich fast
durchgehend um eine Aktenzusammenfassung handelt. Dies ist
ein ganz wesentliches Merkmal für alle historischen Aufzeichnungen
von Franz Christoph, typisch für seine Geschichtsschreibung
und für seine Methodik.
Es existieren noch zwei weitere unvollständige Manuskriptbände
ähn- licher Art aus den Jahren 1617 bis 1629, in denen
Khevenhüller die allge- meine europäische Geschichte
dieser Jahre behandelt oder seine eigene diplomatischen Verhandlungen
im Detail darstellt.
Bei diesen Manuskripten handelt es sich um folgende:
I. „Allgemeine und Particulargeschichten und Negotia in Form
eines Prothocolls Herrn Franz Christoph Khevenhüller 1617
bis 1623" ; 5 unvollständige Pergamentmanuskriptbände
(Ptmsbde.) in folgender Kollation:
Bd. 1 (1617) S. 288—518 broschiert.
Bd. 2 (1619) S. 690—1048 Ptmsbd.
Bd. 3 (1621) S. 1468—1760 Ptmsbd.
Bd. 4 (1622) S. 1760—2002 Ptmsbd.
Bd. 5 (1623) S. 2003—2364 Ptmsbd.
Diese Bände befinden sich heute im Khevenhüller-Depot
im H.-IL- und Staatsarchiv Wien 27).
II. „Verzeichnuß aller der Schreiben, Anbringen, Memorial,
Schriff-ten und Vollmacht so in der Heurathssachen des Ertzherzog
Ferdinandt des Dritten, zue Ungarn vnd Behamb Königs etc.
vnd der Infantin Dona Maria de Espafia ich Franz Christoph Graff
Khevenhüller etc. tractirt, geschrieben, gewexelt, mir
gegeben vnd zu ueberreichen bevohlen worden, 1617—1629";
Ptmsbd., 800 S. fol. (fol. 276 bis 287 fehlen 28).
Dieses
Manuskript gibt Aufschlüsse über die Bedeutung, die
die spanischen und österreichischen Diplomaten der ehelichen
Verbindung des Erzherzogs Ferdinand mit der Tochter Philipp's
III. von Spanien, Maria Anna, beilegten und bringt namentlich
die Instruktionen und Briefe von und an Kaiser Ferdinand II.,
Fürst Ullrich von Eggenberg, Kardinal Khlesl, Kanzler von
Werdenberg etc. abschriftlich. Es befand sich im Besitz von
Dr. Albert F i g-d o r 29) und ist heute verschollen.
Zugleich arbeitete Franz Christoph auch an der Genealogie seines
Geschlechtes. Es entstanden dabei mehrere Bände, die sowohl
ihn als auch seinen Hausbeamten Georg Moßhammer zum Verfasser
haben. Von Franz Christoph zusammengestellt wurden:
I. „Genealogia der Wohlgebohrnen Grafen vnd Herren Herren Keuen-hüller
zu Aichlberg Grafen zu Franckenburg Freyherren auf Lands-cron
Wernberg vnd Summereck, Erbherren auf Hochenosterwitz vnd Carlsberg,
Erblandtstallmaistern in Kärndten etc. von Herren Reichhardt
Keuenhüller, biß auf dißes gegenwertige Jahr
zußam-men getragen durch Herren Franz Christophen Keuenhüller
etc. Grafen zu Franckenburg, Rom. Kay. May. Gehaimben Rath,
Cam-merern vnd Oratorn an dem Königl. spänischen Hof
auch Rittern des Güldenen Vließ, Madrid 1623";
Papiermanuskript in Folio mit 65 Blättern.
Die Genealogie ist dem Grafen Paul Khevenhüller gewidmet.
Sie ist von Franz Christoph eigenhändig geschrieben, enthält
111 gemalte, handgezeichnete Wappenabbildungen und behandelt
in knapper Darstellung die Familiengeschichte von 995 bis 1623.
Dieser Band befindet sich heute im oberösterreichischen
Landesarchiv Linz, Schlüsselberger Archiv, Nr. 62 so).
II.
„Genealogia y historia de los heroicos hechos cargos, embaxadas,
commissiones, y negociaciones, que dentro y fuera de su patria
han tenido los Barones y Condes dela casa y apellido de los
Queuen-hülleres de Aichelberg, Condes de Franquenburg,
Barones en Landskron y Werenberg, y Summerecq, Senore de alte
Osterwitz y Carlsperg Canclercos mayores perpetuos del archiducado
de Carinthia. Desde Richardo Queuenhüller, que es del Anno
des Nascrimiento de nuestro Senor Jesu Christo de 995. hasta
las presente Anno de 1624. Sacados con diligencia y compendiosamenti
a diferentes historias, Annales, Escrituras publicas etc. Dividado
en tres tomos. 1624"; Ms. 935 S. fol. Hlptbd. 31)
Dieses Werk ist dem Grafen Paul Khevenhüller gewidmet.
Nach der Vorrede findet sich die eigenhändige Widmung und
die Unterschrift von Franz Christoph; Korrekturen im Text sind
von seiner Hand. Das Ms. befand sich im Besitze von Dr. Albert
Figdor 32) und ist heute verschollen.
„Genealogia et Historia Khevenhüllerorum ab Aichelberg
et ab
Augustino Khevenhüllero ad presentem usque illius successorem
Matthiam rectae linae etc.33).
Ein zweiter Band davon mit deutscher Übersetzung befindet
sich im Khevenhüller-Depot im H.-, H.- u. Staatsarchiv
Wien34).
IV.
„Leben der Grafen Khevenhüller" ; Ms. im Jahre 1622
angefangen
von Franz Christoph, von unbekannter Hand bis 1730 und von
da an von Franz Carl Fürst Khevenhüller-Metsch fortgesetzt
33).
Von Georg Moßhammer stammen:
I. „Beschreibung Frantzen Christophen Khevenhillers zu Aichelberg,
Gravns zu Frankenburg Lebenslauf vnd was sich beiläufig
darinnen vnd zur selben Zeit sowoll in aignen Geschefften, anbevoh-lenen
Verrichtungen vnd denckwürdig Geschichten als andern sehr
nutzlichen zu wissenden Negotiationen zuegetragen, sambt einer
kuerzen Verzeichnuß seiner Reisen, wie es Georg Moßhemer
aus wohlgedachten Herrn Graven Schrifften vnd Verzeichnuß
mit groszen Fleis getzogen vnd der Her Grav es zu Continuierung
der vorhergehenten Historien hieher setzen lassen, 1588—1623
(einschließlich)"; Ms. undatiert 36).
Auf dem Titelblatt sind die Wappenschilder von Franz Christoph
und seiner ersten Gemahlin Barbara, Freiin von Teufel, abgebildet.
Das Ms. befindet sich heute im Stift St. Florian.
II.
„Beschreibung Frantzen Christophs Khevenhüllers zu Aichelberg
Graven zu Frankhenburg Lebenslauf vnd was sich beylauffig darinnen
vnd zur selben Zeit sowol in aignen Geschefften anbevoh-lenen
Verrichtungen zugetragen. Das erste Buech, 1588 bis 1616";
Msktbd. aus dem Jahre 1626, 574 S. fol 37).
Ist verschollen.
III.
„Genealogia und Beschreibung aller der Khevenhüller und
Kheven-
hüllerinnen von Aichelberg vnd Summereck wie auch zu wemb
vnd
wer sich zue ihnen verheyrath durch Georgen Moßheimber
aus
Herrn Grafen Christophen Khevenhüller Khevenhüllerschen
Hystori
gantz khürtzlichen in dieß compendium gezogen";
Ms. Hlbptbd.
900 S. fol. undatiert 38).
Dieses Werk enthält 174 Wappenabbildungen und drei genealogische
Tafeln in Federzeichnung und blauer Farbe ausgeführt; es
behandelt die Familiengeschichte von 1030 bis 1625 und befindet
sich heute im Khevenhüller-Depot im Staatsarchiv Wien.
IV.
„Khevenhüllersche Familienchronik. Genealogia und Beschreibung
aller Khevenhüller und Khevenhüllerin von Aichelberg
und Summereck, wie auch zew wemb sie und wer sie zew ihnen ver-heuradt
durch Georgen Moßhamer auß Hern Graffen Christophen
Khevenhüller Khevenhüllerischen History gantz khürtzlichen
in dieß Compendio getzogen. Madrid 1625", Ms. in
drei Teilen, 679 S. in fol. Gepr. Ptbd. mit Schliessen und Goldschnitt
39).
Diese Chronik enthält 6 große gemalte Wappen und
47 große Abbildungen in Miniaturmanier, die künstlerisch
hervorragend ausgeführt sind und von einem niederländischen
Meister herrühren dürften. Das Werk umfaßt die
Familiengeschichte vom Jahre 1030 bis 1638 (1669) und bringt
als Anhang die eigenhändige Beschreibung seiner Brautwerbung
von Franz Christoph. Es befindet sich heute im Museum für
Kunst und Industrie in Wien.
Diese Genealogien, vor allem die von Franz Christoph selbst
zusammengestellten, sind vermutlich, zusammen mit einem anderen
Manuskript, nämlich:
„Descripcion de todos las casamientos quella Augustissima casa
de Austria ha hechos, assy de Barones, Como de Hembras despues
que se diuidieron la Linea de Espana y Allamania y los successors
dellos etc. in fine: Fin de la primera parte deste libro, y
la augustissima Linea de Austria, en Espaiia" ; 174 S.
fol. Hlptbd. undatiert40), wahrscheinlich von Franz Christoph
selbst verfaßt; Korrekturen und unterstrichene Stellen
im Text sind von seiner Hand; das Titelblatt ist in Rot und
Schwarz geschrieben, jedes Blatt ist mit roter Tinte rubriziert,
Teile der von Franz Christoph in seinen Annalen erwähnten,
zur „aig-nen Nachrichtung und Curiosität" verfaßten
„Universal History, von 200 Jahren her", die er als Quelle
zu den Annalen anführt41)-
Die fruchtbringendste Periode von Khevenhüllers Geschichtsschreibung
fällt aber in die Zeit seiner Rückkehr aus Spanien
(1631). Dies umsomehr, als es ihm nicht vergönnt war, sich
weiterhin politisch entscheidend zu betätigen und die schweren
Schicksalschläge, die sein Geschlecht trafen42"),
ihn immer mehr dazu drängten, Vergessen und Freude in der
Beschäftigung mit der Geschichte zu suchen.
Von seinen größeren Arbeiten sind heute, außer
den Vorarbeiten zu den „Annales Ferdinandei", nur mehr
folgende bekannt:
I. „Tractat wider die englische Heirath der Infantin Maria von
Spanien samt Erzählung dieser verhinderten Eheverbindniß.
Anno 1633 von Franz Christoph von Khevenhüller"; Ms.
564 S. fol. Hlbptbd.43).
Verschollen.
II.
„Ungarische Krönungen der Kaiser Matthias, Ferdinand II.,
III. und IV. zu Königen in Ungarn", aus den Jahren
1608 bis 1647 in folgender Kollation44):
-
Fasz.: Kheysers Mathiae Crönung zum König in Ungarn;
Ms. 25 S. fol. mit Randnoten von Franz Christoph.
-
Fasz.: Anstößige Antwort Innerösterreichs
an die Ungarn;
20. Mai—24. Juni 1608; 3 St. Mss. 35 S. fol.
-
Fasz.: Ordo coronationis serenissimi Principis ac Dni. D.
Fer-
dinandi secundi Archiducis Austriae in Regem Hun-gariae inaugurati
Posonij die prima Julij Anno 1618; Ms. 16 S. fol.
-
Fasz.: Kaysers Ferdinandi Tertii Crönung zum König
in Hun-
garn Ao. 1625; Ms. 14 S. fol.
-
Fasz.: Ordo coronationis serenissimi Principis ac Dni. Fer-
dinandi quarti Regis Bohemiae Archiducis Austriae etc. in
Regem Hungariae inaugurati Posonij 16. Junij 1647; Ms. 14
S. fol.
-
Fasz.: VnergreiflichesGuetachten wie die Ungerische Khönigl.
Crönung Ihrer Mayt. Ferdinando 4to anzustellen; Ms. von
Franz Christoph eigenhändig geschrieben, 27 S. fol. Diese
Faszikel sind verschollen.
III a. „Commentarij 1538—1605. Vita Joannis"; Ms. 573 S.
fol. Ptbd. Schildert in autobiographischer Form und tagebuchartig
das Leben von Hanns Khevenhüller. Die Einleitung bildet
ein kurzer Extrakt aus den Aufzeichnungen von Christoph Khevenhüller.
Randnotizen sind vermutlich von der Hand Hanns Khevenhüllers.
Das Ms. befindet sich heute im Staatsarchiv Wien-is). III b.
„Vita Joannis Khevenhuelleri. De vitae cursu propriis ac alienis
negotiis Joanni Khevenhülleri septimi huius nominis ex
suis manu-scriptis collectus" ; Ms. 721 S. fol. Hlptbd.
Es ist teilweise von Franz Christoph selbst geschrieben und
vielfach mit seinen Korrekturen versehen und behandelt das Leben
von Hanns Khevenhüller von 1538—1606. Der Text ist durch
vielfache Durchstreichungen und ein sehr verderbtes Latein manchmal
bis zur Unkenntlichkeit verunstaltet. Das Ms. ist heute im Khevenhüller-Depot
im Staatsarchiv Wien.
In diesem Zusammenhang möge noch auf ein bedeutendes Manuskript
aufmerksam gemacht werden:
„Hanns und Franz Christoph I., österreichische Botschafter
am spanischen Hofe, Ausgabs- und Einnahmsbuch Hanns von Khevenhüllers
in seiner Eigenschaft als Botschafter vom Jahre 1596 bis 1604,
fortgesetzt von Franz Christoph Khevenhüller in gleicher
Eigenschaft im Jahre 1617" ; Ms. 120 S. fol. mit mehreren
Beilagen (Schuldscheine und Quittungen) Ptbd. 46).
Teilweise
autographisch. Dieses Ms. befand sich bis 1945 im Archiv des
Hohenzollernmuseums in Berlin") und ist heute verloren
4S).
Reiche historische Quellensammlungen dürfte Franz Christoph
in dieser Zeit zusammengestellt haben. In dieser Periode gingen
auch die „Annales Ferdinandei" ihrer Vollendung entgegen.
Sie wurden im Jahre 1636 fertiggestellt49) und 1649 begann Franz
Christoph auch einen Teil derselben ins Lateinische zu übertragen50).
Nicht uninteressant ist es, daß die größten
Teile der Konzepte und auch der Reinschriften der Annalen noch
im Original existieren. Folgende Bestände konnte ich feststellen:
In der Österreichischen Nationalbibliothek in Wien51):
I. Deutsche Konzepte, umfassend die Jahre 1578 bis 1621; 28
Bde. ser. n. 2247—2274 unter dem Titel, Ferdinandeische Jahrbücher.
II.
Lateinische Konzepte, mit zahlreichen Korrekturen, umfassend
die Jahre 1578, 1580—1584, 1587, 1589, 1590, 1590—1593, 1593,
1594, 1594, 1595, 1595, 1596 in 21 Bdn. ser. n. 2315—2335, unter
dem Titel, Annales Ferdinandei Historiae universalis ab ortu
divini Fer-dinandi Caesaris secundi usque ad decessum eiusdem
conscripti. Liber primus.
III. Fragmente der Konzepte:
-
1 Fasz. mit Fragmenten deutscher Konzepte zu verschiedenen
Jahren, ca. 100 ff. ser. n. 2357.
-
2 Fasz. mit Fragmenten lateinischer Konzepte zu verschiedenen
Jahren, ca. 100 ff. ser. n. 2338.
IV.
Deutsche und lateinische Reinschriften:
-
Deutsche Reinschrift, umfassend die Jahre 1578 bis 1613 und
als Einzelband 1625, zusammen 24 Bde. ser. n. 2275—2298.
- Lateinische
Reinschrift, betitelt: Historia Universalis ab ortu
usque ad decessum Ferdinandi secundi augustissimi Imperatoris
Libri LX. Es liegen aber nur 8 Bücher vor, die die Jahre
1578
bis 1583 umfassen von fol. 8 bis fol 368' (fol. 396 bis 337'
fragmentarisch, die Folia 374 bis 379 sind unbeschrieben)
ser.
n. 2336.
-
Deutsche Reinschrift, betitelt: Annales Ferdinandei oder wahr-
liche Beschreibung Kaysers Ferdinandi des andern. Alles in
Drey Thayl aufgeteilt. Umfaßt die Jahre 1578 bis 1595
in
13 Bdn. ser. n. 2299—2311.
V. Fragmente zu Konzepten und Reinschriften:
-
Auszug aus den Ferdinandeischen Jahrbüchern der Jahre
1578
bis 1598, ser. n. 2312.
-
Annales Ferdinandei oder jährliche Beschreibung Kaysers
Fer
dinand deß anndern ... Alles in Neun Theil ausgeteilt.
378 ge
zählte Seiten, bis S. 58 durchwegs beschrieben, von da
an bis
zum Ende jede Seite nur begonnen, außer den Seiten 221—226
und 266, die voll beschrieben sind, ser. n. 2313.
-
Annales Ferdinandei, Dritter Thail der Annalium Ferdinan-
deorum. Umfaßt die Jahre 1589 bis 1598 auf 271 Bll.,
ser.
n. 2314.
-
Annales Ferdinandei 4. Teil. Umfaßt die Jahre 1599 bis
1608
auf 85 Bll., ser. n. 2315. Und verschiedene Fragmente zu Kon
zepten und Reinschriften auf ca. 349 Bll., ser. n. 2339—2342;
beides zusammen in einer Kassette.
Im Besitz des Herrn Grafen Georg Khevenhüller-Metsch (Niederosterwitz,
Karaten) befinden sich:
62 Fasz. in Bogen und Blättern in fol. umfassend die Jahre
1578 bis 1621. Diese beinhalten in deutscher, lateinischer und
spanischer Sprache auf 562 Bll., verschiedenartiges Papier,
von verschiedenen Händen geschrieben, Materialien, Aufzeichnungen
von historischen Daten etc. zu den angeführten Jahren folgender
Art:
-
Biographische Skizzen von Päpsten, Kaisern, Dogen, Fürsten.
-
Chronologische Skizzierungen und Ausarbeitungen zur Ge
schichte einzelner Länder.
-
10 genealogische Tafeln.
-
7 Bll. Summaria.
-
73 Bll. Fragmente.
Die Konzepte für die Jahre 1621 bis 1637 der Annalendarstellung
wurden in den Jahren 1721—1724 von Moritz Georg Weidmann,
dem Herausgeber der zweiten Auflage der Annalen, nach Leipzig
gebracht52) und dürften nicht mehr vollständig wieder
in das Archiv Kammer zurückgekommen sein. Zumindest erwähnt
Rieberer nur mehr Teile der Konzepte und Reinschriften dieser
Jahre53). Ob davon heute noch welche vorhanden sind, konnte
ich nicht feststellen. Von Kende wurden nur die oben erwähnten
erworben und zum Verkauf gebracht. Ein handgeschriebenes,
komplettes Exemplar des gesamten Annalenwerkes soll sich heute
noch in der Bibliothek des Stiftes L a m b a c h befinden54).
-
Weitaus der größte Teil der „Annales Ferdinandei''
beruht auf der vierten Art der Quellen, auf Akten. Eine auch
nur annähernd vollständige Angabe dieses Materiales
aus dem Familienbesitz wäre nicht nur sinnlos, sondern
ist überhaupt nicht möglich, weil der größte
Teil desselben durch die Versteigerung des Archivs Kammer
in alle Winde verstreut wurde. Von den noch bekannten sollen
aber die wichtigsten hervorgehoben werden.
Franz Christophs hohe politische Stellung und seine Hofämter
ermöglichten es ihm in besonderem Maße in Korrespondenz
und enger Beziehung mit vielen bedeutenden Staatsmännern
und einflußreichen Persönlichkeiten seiner Zeit
zu stehen. Da er auch als Gesandter über alle wichtigen
politischen Begebenheiten in Europa informiert wurde, konnte
er sich — genau so, wie es schon seine Vorfahren taten — eine
umfangreiche Sammlung von Korrespondenzen und abschriftlichen
Berichten zusammenstellen. Diese wurden teilweise in eigenen
Briefbüchern zusammengefaßt. Von diesen wies das
Archiv Kammer eine größere Anzahl noch 1783 auf55).
Einige davon sind:
I. „Epistolae Hispanicae". Eine Sammlung von über
1000 abschriftlichen, in spanischer Sprache geschriebenen politischen
Schreiben aus den Jahren 1581 bis 1604; ca. 1000 S. fol. Ptbd.
Dieser Band befindet sich im Germanischen Nationalmuseum in
Nürnberg56).
II.
Miscellannea 1595 bis 1633. Sie beinhalten gleichzeitige Abschriften
von Berichten, kaiserlichen Erlässen, Verfügungen,
Verordnungen, Friedenstraktaten etc. teilweise von Franz Christoph
selbst geschrieben.
Msbd. ca. 500 Seiten 57). Heute verschollen.
III.
Miscellannea 1568—1628. Beinhalten Kriegsbriefe, abschriftliche
Berichte von politischen Aktionen, Zeitungsbriefe etc.
Msbd. ca. 600 Seiten 58). Heute verschollen.
IV.
Zeitungsbriefe, Berichte, Briefe, Kriegsnachrichten, aus den
Jahren
1623 bis 1625. 2 Ptmsbde. mit ca. 1400 S. fol.59). Diese Bde.
beinhalten Berichte über die politischen Vorgänge
in Europa aus Wien, Köln, Den Haag, Augsburg, Linz, Prag,
Brüssel, Braunschweig, London Dresden, Lyon, Genua, Amsterdam,
Würzburg, Venedig, Konstan- tinopel, Nürnberg, München
etc. Beide Bde. sind verschollen.
Den
historisch bedeutsamsten Teil dieser Quellenart bilden aber
die Gesandtschaftsberichte der beiden Grafen Hanns und Franz
Christoph aus Madrid. Es handelt sich bei diesen um 13 Pergamentmanuskriptbände,
die alle, während der Jahre 1571 bis 1605 und 1617 bis
1625 (mit Ausnahme der Jahre 1620 und 1622) an die kaiserliche
Botschaft in Madrid gelangten oder von derselben abgesandten
Briefe, Berichte, Befehle, Reservataufträge etc. abschriftlich
und vollinhaltlich enthalten. Es werden mitgeteilt:
I. In den Berichten des Grafen Hanns:
1.
Bd. (1571—1576) auf 622 S., 107 Berichte, Briefe etc.
2. Bd. (1577—1579) auf 567 s., 123 Berichte, Briefe etc.
3. Bd. (1580—1583) auf 610 S., 129 Berichte, Briefe etc.
4. Bd. (1584—1589) auf 815 s., 126 Berichte, Briefe etc.
5. Bd. (1590—1599) auf 904 s., 192 Berichte, Briefe etc.
6. Bd. (1600—1605) auf 654 s., 219 Berichte, Briefe etc.
In den Berichten des Grafen Franz Christoph:
1. Bd. (1617) auf 666 s., 351 Berichte, Briefe etc.
2. Bd. (1618) auf 798 s., 721 Berichte. Briefe etc.
3. Bd. (1619) auf 950 s., 983 Berichte, Briefe etc.
4. Bd. (1621) auf 398 s., 283 Berichte, Briefe etc.
5. Bd. (1623) auf 352 s., 276 Berichte, Briefe etc.
6. Bd. (1624) auf 404 s., 253 Berichte, Briefe etc.
7. Bd. (1625) auf 373 s., 195 Berichte, Briefe etc.
Während die Berichte des Grafen Hanns nur die an den Kaiser
gerichteten Schreiben enthalten, hatte sein Neffe Franz Christoph
in die „Protokolle der Embaxada" alle, auch die an die
Botschaft gelangten, und von derselben abgesandten Briefe, Berichte
etc. verzeichnet oder verzeichnen lassen und damit ganz sicher
die zerstreuten oder größtenteils auch zugrunde gegangenen
bedeutenden Originale über die habsburgische Politik im
ersten Drittel des 17. Jahrhunderts in dieser Form für
die wissenschaftliche Forschung bewahrt.
Diese Bücher hatten ein eigenartiges Schicksal, das symptomatisch
für alle Aufzeichnungen der Khevenhüller zu sein scheint
— sie verlieren sich um sich wieder zu finden. So wurden nach
dem Tode von Hanns Khevenhüller (4. April 1606) seine Hinterlassenschaften
vom spanischen Hofe keineswegs zu treuen Händen verwahrt,
vielmehr gingen sie, da der von Hanns Khevenhüller ernannte
Testamentexekutor, der fuggersche Agent Eduard Schließmayer,
bei seinem Tode nicht in Spanien weilte, in verschiedene Hände
über. Es gelang der Familie damals nicht, zu ihren Rechten
zu kommen60). So fand Franz Christoph als er 1617 nach Spanien
kam, den Nachlaß seines Onkels in den Händen des
Conde Duque de Lerma, obwohl Hanns Khevenhüller in seinem
Testamente ausdrücklich verfügt hatte, vor allem seinen
schriftlichen Nachlaß seinen Erben nach dem Majorate zu
übergeben61)- Erst nach dem Rücktritt Lermas konnte
Franz Christoph seine Ansprüche geltend machen. In der
Instruktion vom 23. Jänner 1621 für Hartmann62) wurde
diesem auch aufgetragen, sich auf seiner Reise nach Wien zuerst
nach Mailand zu begeben und den Grafen Theodoro Frivulzio aufzufordern,
ihm die, durch den Principe deCastillan von Madrid weggeführten
sechs Bücher des Grafen Hanns Khevenhüller nebst den
ebenfalls weggeführten Schreibtischen auszuhändigen.
Dieselbe Forderung vertrat Franz Christoph auch in einem Schreiben
an Kaiser Ferdinand II.63). Er konnte die Bücher dann auch
tatsächlich erhalten. Sie blieben bis 1893 in Kammer am
Attersee und wurden bei der Versteigerung mitsamt den Protokollbüchern
von Franz Christoph von Kende um 2000 fl. verkauft. Erworben
wurden sie noch im selben Jahre vom Germanischen Nationalmuseum
Nürnberg64), wo sie sich noch heute befinden 65).
Ein Teil von den Originalen dieser in den Protokollbüchern
kopierten Korrespondenzen befindet sich im H.-H.- und Staatsarchiv
Wien, verstreut in der Staatenabteilung Spanien und in anderen
Beständen, von denen die Fasz. 26 bis einschließlich
28 der „Großen Korrespondenz" einen größeren
Bestand bilden und in der österreichischen Nationalbibliothek.
Diese größeren Bestände sind: I. Im Staatsarchiv:66).
Fasz. 26: Korrespondenz des Grafen Hanns Khevenhüller:
-
Hanns Khevenhüller an Adam von Dietrichstein, Obersthof
-meister Rudolfs II. (1 St.; 1581 März 20>.
-
Hanns Kevenhüller an Herzog Ernst von Bayern (4 St. Kon
zepte aus den Jahren 1597—1602).
-
Hanns Khevenhüller an seinen Bruder Bartholomäus
Khevenhüller (98 St. aus den Jahren 1579—1605).
- Hanns
Khevenhüller an Georg Khevenhüller, Obersthofmeister
Erzherzogs Karl von Innerösterreich (1 St.; 1579).
-
Hanns Khevenhüller an Hans Nusser, Kammerdiener Rudolfs
II.
(2 St. aus den Jahren 1595—1596).
-
Adam von Dietrichstein an Hanns Khevenhüller (72 St.
aus den
Jahren 1576—1589).
-
Leonhard von Harrach an Hanns Khevenhüller (78 St. aus
den
Jahren 1578—1590).
-
Leonhard von Harrach der jung, an Hanns Khevenhüller
(2 St.
aus dem Jahre 1594).
Fasz.
27: Korrespondenz des Grafen Franz Christoph Khevenhüller:
-
Erzherzog Leopold, gewesener Bischof von Passau, an Franz
Christoph Khevenhüller (57 St. Originale und Kopien nebst
einigen Duplikaten, zusammen 64 Briefe aus den Jahren 1621
bis 1631).
-
Hermann von Questenberg an Franz Christoph von Kheven
hüller (110 St. aus den Jahren 1622—1628).
-
Kaiser Ferdinand III. an Franz Christoph Khevenhüller
(1 St.;
1640).
-
Matthias und Ferdinand Khevenhüller an ihren Vater Franz
Christoph Khevenhüller (Zusammen 17 St. aus den Jahren
1630—1631 und 1648—1649).
-
Georg Moßhamer an Franz Christoph Khevenhüller
(3 St. aus
den Jahren 1635 und 1641—1643).
Fasz. 28: Korrespondenz des Grafen Franz Christoph Khevenhüllev:
-
Maximilian von Bayern an Franz Christoph Khevenhüller
(138 St. aus den Jahren 1619—1629 und 1631—1650).
-
Baron von Teufel an seinen Schwiegersohn Franz Christoph
Khevenhüller (85 St. aus den Jahren 1614—1646 und 1647).
-
Verschiedene Personen an Franz Christoph Khevenhüller
(22 St.
aus den Jahren 1615—1650).
-
Hoeswinkl (?) an Franz Christoph Khevenhüller (123 Bll.
aus
den Jahren 1623—1647).
II.
In der Nationalbibliothek:
Bibl. Pal. Vind. Cod. 14755: Khevenhüller Franciscus Christo-phorus
de: Commercium publicarum litterarum 1618—1644; 628 Bll., alte
und neuere Foliierung, wobei die neuere von fol. 1 bis fol.
628 durchlaufend, hingegen die alte nur teilweise fortlaufend
ist. Auf dem Vorblatt findet sich der Vermerk: Supplem-(entum)
2416. Hlpgt. F. Chr. Khevenhüllers amtliche Korrespondenz
1618—1644.
Der Kodex enthält ca. 450 Schreiben und Konzepte zu politischen
Referaten in spanischer, französischer, italienischer,
lateinischer und deutscher Sprache. Darunter finden sich eigenhändige
Schreiben von Olivares, Maximilian von Bayern, Erzherzog Leopold,
von Franz Christoph Khevenhüller selbst sowie von verschiedenen
spanischen und deutschen Hofbeamten und Ministern. Es finden
sich darin auch Aufzeichnungen von Franz Christoph in seiner
Eigenschaft als Obersthofmeister der Gemahlin Kaisers Ferdinand
III. über Hofrechnungen und Reisen der Kaiserin.
Ebenfalls
in den Kodex eingebunden sind einige kleinere Traktate, deren
Schreiber nicht zu identifizieren sind, wie zum Beispiel 67);
„Apurtamientos hechos por la Junta, sobre los capitulationes
del casamiento del ser(enissi)mo Rey de Vngaria, con la ser(enissi)ma
Infante Dona Maria, los dela Junta fueron El Duque Medina de
la Torres, El Marques de la Ynojosa, El Juan de Villela, y s(erenissi)mo
Jeronimo de la Torre" (fol. 99 bis 105).
„Discurso de las causas que facilitarion la Empressa de la Valtelina.
La quartue Imperdu antes rosolitor. Dificultosa mas anu por
ymposita Segune Zara constar se las rationes que -;ont(i)ene
este papel" (fol. 590—595).
Verschiedene Originale sind auch noch im Besitz der Familie
Kheven-hüller-Metsch; auch das Khevenhüller-Depot
im Staatsarchiv weist unter dem Titel: „Khevenhüller-Frankenburg,
Franz Christoph, Graf, Spanische Mission, 1625—1629, betreffend
die Heirat des Königs Ferdinand mit der Infantin Maria"
68) eine größere Anzahl davon auf. Nachforschungen
in Spanien, vor allem in Simancas, würden sicherlich noch
größere Bestände an Originalschreiben von Khevenhüller
zu Tage bringen09).
Viele der von mir eingesehenen Originale aus den oben angeführten
Beständen, tragen den Vermerk „Eingeschrieben", womit
vermutlich deren Eintragung in Protokollbücher zu verstehen
sein wird. Dieser Vermerk findet sich auch auf Schreiben aus
den Jahren 1626 bis 1650. Es ist demnach anzunehmen, daß
Franz Christoph auch Gesandtschaftsprotokolle von 1626 bis 1630
hatte anfertigen lassen 70); ob solche heute noch in gebundener
Art wie die oben, S. 18 angeführten, existieren, konnte
ich bisher noch nicht feststellen.
Von den privaten Korrespondenzen Franz Christophs sei hier abschließend
nur auf den Briefwechsel mit dem obderennsischen Landeshauptmann
Hans Ludwig von Kuefstein hingewiesen, der heute noch größtenteils
erhalten ist 71). Interessant hierbei sind die Briefe Franz
Christophs über den obderennsischen Bauernaufstand von
1632 und über die Gegenreformation. Dieser Briefwechsel
gibt auch Aufschluß über die Entstehungsgeschichte
der „Annales Ferdinandei".
- Vorliegende
Abhandlung ist, allerdings zum Zwecke der selbständigen
Veröffentlichung überarbeitet und erweitert, dem
vierten Teil der vom Verfasser bei Herrn Professor DDr. Karl
Eder eingereichten Dissertation „Untersuchung zur Quellenlage
der Khevenhüller'schen Annalen" (Graz 1953) entnommen.
- F.
Gallati, Der Königlich Schwedische in Deutschland geführte
Krieg des Bogislav Philipp von Chemnitz und seine Quellen
(Frauenfeld 1902).
- K.
Eder, Bernhard Raupach (1682—1745) ein Reformationshistoriker
(Festschr. z. Feier d. 200j. Best. d. H.-, H.- u. Staatsarch.
Wien, 2 Bde. Wien 1949, Bd. I, S. 714—725).
- H.
R. v. Srbik, Geist und Geschichte vom Deutschen Humanismus
bis zur Gegenwart, 2 Bde. (München/Salzburg 1950/51),
Bd. I, S. 81.
Mitteilungen, Band 9
- Die
Fachliteratur griff aus den Annalen nur Teilaspekte heraus,
besonders gerne das Wallensteinproblem oder einzelne Berichte
Khevenhüllers über irgendeine diplomatische Aktion.
So — um nur einige bedeutende Bezugnehmer zu nennen —, Ranke,
Pekar und Srbik in ihren Wallensteinarbeiten, Gindely, Hammer-Purgstall
und Loserth in ihren reformationsgeschichtlichen Untersuchungen,
oder Turba in seinen Arbeiten über die Hausmachtstellung
des Hauses Habsburg u. a. Größere historiographische
Arbeiten, wie die von J. N. v. Vogel (Specimen Bibliothecae
germaniae Austriacae, 2 Bde. Wien 1783/85, Bd. II/2, pag.
712—713), L. Wachler (Geschichte der historischen Forschung
und Kunst, 5 Bde. Göttingen 1812/20, Bd. 1/2, S. 932—933),
F. X. v. Krones (Grundriss der österreichischen Geschichte,
5 Bde. Wien 1878/82, Bd. I, S. 43, Anm. 22; III, A 450), F.
X. v. Wegele (Geschichte der Deutschen Historiographie, München/Leipzig
1885, S. 254, 357—358), und A. Coreth (Österreichische
Geschichtsschreibung in der Barockzeit 1620—1740, Wien 1950,
S. 68—71), stützten sich teils auf die oben erwähnten
Untersuchungen der Teilaspekte, teils aufeinander, oder beurteilen
das gesamte Werk aus der Zeitlage, wie etwa A. Wolf (Geschichtliche
Bilder aus Österreich, 2 Bde. Wien 1878, Bd. I, S. 161—169)
oder auch Coreth. Eine genauere Bearbeitung von J. F. Runde
(Des Grafen Franz Christoph Khevenhüller Ferdinandeische
Jahrbücher in einen pragmatischen Auszug gebracht und
berichtigt, 2 Bde. Leipzig 1778/79) blieb leider bei den Anfängen
stehen.
-
Vgl. L. Bittner, Gesamtinventar des Wiener H.-, H.- u. Staatsarchivs,
5 Bde. (Wien 1934-1938), Bd. I, S. 56*f., 591; Bd. II, S.
17, Bd. III, S. 260.
-
Es handelt sich hierbei um: „Der Wiener antiquarische Büchermarkt"
Nr. 1, 1893 (hrsg. von S. Kende), Broschüre, welche die
von Kende anlässlich der Versteigerung des Archivs Kammer
1893 zum Verkaufe erworbenen Archivalien mii einer genauen
Beschreibung derselben ausweist — vgl. G. Gugitz, Bibliographie
zur Geschichte der Stadt Wien, Wien 1947, 1/286 ff. und R.
Till, Wiener Auktionskataloge, Wiener Geschichtsblätter
1954/3, S. 49—53 —; ein Auktionsoffert des Archivs Kammer
(Ms. 4 lose Bll., undatiert); ein Aktenverzeichnis desselben
Archivs (Ms. 32 lose Bll., undatiert) sowie eine komplette
zwölfteilige, erste Druckausgabe der „Annales Ferdinandei"
und größere Bestände an Konzepten und Reinschriften
dazu. Dieses Material befindet sich mit Ausnahme des größeren
Teiles der Konzepte und Reinschriften (vgl. unten, S. 15)
im Besitz des Grafen Georg Khevenhüller-Metsch (Niederosterwitz,
Kärnten).
- Annales
Ferdinandei IX, S. 25—27 und „Ausführliche information
und anfang des Behemischen Unwesen, woher und welcher gestalt
die jetzige unruehe im künigreich Behaimb zu Prag iren
Ursprung genumen und was sich darbey verloffen hat",
Protokolle der Embaxada, 1618, Nr. 397; vgl. darüber
unten, S. 18.
-
Es wird nach der Originalschreibweise zitiert.
- In
den Protokollen der Embaxada ist diese nicht verzeichnet.
Die übrigen Teile der Information beinhalten die genauen
Anweisungen für Khevenhüller, sofort eine Intervention
Spaniens herbeizuführen, worüber die Annalen aber
nichts berichten.
- Zitiert
bei J. Stülz, Jugend- und Wanderjahre des Grafen Franz
Christoph von Khevenhüller nach seinen eigenen Aufzeichnungen
(AöG, Bd. I, 1850, S. 333—395), S. 378—381.
-
Annales Ferdinandei I, Vorrede.
-
Oö. Landesarchiv Linz, Annalen 79, fol. 50.
-
Es wurden sowohl die Beurteilung der Annales Ferdinandei in
der
Fachliteratur daraufhin angesehen, welche Quellen Khevenhüller
zugeschrieben werden, als auch eigene Quellcnanalysen angestellt,
die diese Unterscheidungen der Quellen ermöglichen. Vgl.
meine Dissertation, S. 14—43, S. 260—263 u. a. a. 0.
- Darauf
einzugehen ist vor allem auf Grund der oben, S. 2, Anm. 7
erwähnten Materialien und des Archivverzeichnisses von
Rieberer Mathias S. J., „Generaltiteln des Archivs zu Kammer",
Manuskriptpergamentband (Msptbd.) 199 Seiten, aus dem Jahre
1782 (heute im oberösterr. Landesarchiv Linz), möglich.
-
In der Geschichtsschreibung der Khevenhüller wird angenommen,
dass bereits Augustin Khevenhüller (gest. 1519) genealogische
Aufzeichnungen angefertigt hatte, von denen aber nichts mehr
erhalten blieb, „weil seine maiste Schriften in der Villacher
brunst durchs Feyr verzehrt worden . .. sein fleiß und
embsigkeit aber ist auß etlichen gemainen Schriften
und unter anderen, daß er aller seiner khinder geburth,
von eigner hand in ein bibel so noch zue Wern-berg aufgehebt
wird, verzaichnet, zue ersehen . . ." ; vgl. J. F. C.
Fürst Kheven-hüller-Metsch, Geschichte der Khevenhüller
(Hs. 5 Bde. 1885—1900, H.-, H.- a. Staatsarchiv Wien, Khevenhüllerdepot,
Bd. L, S. 98, zitiert nach G. Moß-hammer's Khevenhüllergenealogie
— siehe darüber, unten S. 12). Als eigentlicher Begründer
der khevenhüllerschen Familiengeschichtsschreibung ist
allerdings erst Christoph Khevenhüller (1503—1557) anzusehen,
von dem vielfach bezeugt ist, daß er nicht nur eine
„Genealogia Khevenhüllerorum", sondern auch ein
Werk, „Annales Ferdinandeorum" betitelt, begonnen hatte,
zu denen jedes Familienmitglied seine eigenen Aufzeichnungen
in Tagebüchern und dgl. beitrug (Geschichte der Khevenhüller,
Bd. II, S. 31 u. a. a. 0.). Hier ist eine Familientradition
verfolgbar, mit auch heute noch zum größten Teil
im Original oder als Kopie erhaltenen Chroniken dieser Zeit,
die an einem Beispiel die Fruchtbarkeit der seit Beginn des
16. Jahrhunderts einsetzenden und im besonderen Maße
bis in die Mitte des 17. Jahrhunderts nachspürbaren antiquarisch-genealogisch-diplomatischen
Tätigkeit des österreichischen Landadels, aufzeigen
könnte. Es ist zu bemerken, daß, abgesehen von
O. Brunner's Werk, Adeliges Landleben und europäischer
Geist (Salzburg 1948) und gelegentlichen Äußerungen
von A. Lhotzky, die seit dem programmatischen Aufsatz von
K. Bednar (Anmerkungen zur Geschichte der Territorialhistoriographie
Österreichs seit Thomas
Ebendorfer, Jb. d. Lkde. v. Nö., Bd. 25, 1932, S. 200—206)
eingesetzten Arbeiten an einzelnen Historiographen dieser
Periode, den Anschluß an diesen eigen artigen Kulminationspunkt
österreichischer Geschichtsschreibung noch nicht gefunden
haben. Bei den eigentlichen Khevenhüller-Monographien
von H. Hermann
(Die Khevenhüller, Carinthia I, 1854, Nr. 5—10), D. Fiedler
(Die weiland Khevenhüllersche Majoratsgrafschaft Frankenburg
und deren nächste Umgebung in ihrer Beziehung zur vaterländischen
Geschichte, Wien 1860) und B. Czerwenka (Die Khevenhüller,
Geschichte des Geschlechtes mit besonderer Berücksichtigung
des 17. Jahrhunderts, Wien 1867) konnte die Darstellung einen
zusammenfassenden Überblick über die Familienaufzeichnungen
nicht gestatten. Einzelne wertvolle Hinweise geben, Khevenhüller-Schlitter
(Aus der Zeit Maria Theresias, Tagebuch des Fürsten Johann
Josef Khevenhüller-Metsch, kaiserlichen Obersthofmeisters
1742—1776, 7 Bde., Wien 1907—1925, Bd. I, S. 1-90), L. Bittner
(a. a. O.), I. Zibermayr (Das oberösterreichische Landesarchiv
in Linz im Bilde der Entwicklung des heimatlichen Schriftwesens
und der Lan
desgeschichte, 3. Aufl., Linz 1950, S. 200—201) und die dort
angegebene Literatur. Ein eigener Aufsatz über die Geschichtsschreibung
der Khevenhüller im 16. und 17. Jahrhundert ist in Vorbereitung.
-
Vgl. über ihn, Khevenhüller-Schlitter, a. a. O.,
S. 11—21.
-
Vgl. über ihn, ebendort, S. 22—25.
-
Es befindet sich heute im Khevenhüller-Depot im H.-H.
u. Staatsarchiv Wien. Vgl. auch B. Czerwenka, Die Khevenhüller,
S. 117—118. Bartholomäus sammelte auch mit großem
Fleiße Notizen über die österreichischen und
deutschen Zustände in allen Archiven, Hofkammern und
Landtafeln, er stand in Verbindung mit maßgebenden Kreisen,
so daß er einen beträchtlichen Teil zu den „Annales
Perdinandeorum" seines Vaters Christoph und seines Bruders
Hanns beifügen konnte (vgl. J. F. C. Khevenhüller-Metsch,
Geschichte der Khevenhüller, Bd. II, S. 51—52). Im Jahre
1610 trug er seinem Sohne Franz Christoph auf, von Beginn
des nächsten Jahres an, die „Annales Khevenhüller!"
und die „Annales Ferdinandeorum" weiterzuführen
(ebd. und J. Stülz, Jugend-und Wanderjahre, S. 372).
- Das
Tagebuch, autograph, ebenfalls im Khevenhüller-Depot.
Über seine Lebensbeschreibungen und seine Gesandtschaftsberichte,
vergleiche unten, S. 18.
-
Die Zeit des Übertritts ist nicht genau bekannt. Sein
Aufenthalt in Italien und Frankreich, die gegenreformatorische
Strömung in Österreich sowie seine innere Neigung
zum alten Glauben, dürften ihn dazu beeinflußt
haben.
- Dies
geht besonders aus der Korrespondenz Khlesls mit Khevenhüller
in den ersten Jahren seiner Gesandtschaft in Madrid hervor;
vgl. die Protokolle der Embaxada zu den Jahren 1617, 1618
und 1619. Charakteristische Beispiele dafür bringt Hammer-Purgstall
im Anhang zu seiner Khlesl-Monogi'aphie (Khlesl's des Cardinais,
Direktors des geheimen Cabinets Kaisers Matthias, Leben; 4
Bde. Wien 1847-1851).
-
Antrittsinstruktion datiert, Prag 1617 Februar 3, Original
H.-H.- n.
Staatsarchiv Wien. Khevenhüller traf am 23. Mai 1617
in Madrid ein (vgl. u. a. J. Stülz, Jugend- und Wanderjahre,
S. 365 auch Annales Ferdinandei VIII, S. 1173 f.) und verließ
Spanien endgültig im Dezember 1629 (vgl. u. a. Annales
Ferdinandei XI, S. 1497, 1498).
-
Bereits 1604 hatte er in Padua Tagebuch zu führen begonnen
und setzte dies auch weiterhin fort. Von seinen Tagebüchern
ist leider keines mehr aufzu finden (vgl. J. F. C. Khevenhüller-Metsch,
Geschichte der Khevenhüller, Bd. II, S. 103 und 165).
-
Die folgenden Manuskripte werden in der überlieferten
Originalzitie
rungsweise angeführt ohne die stellenweise unorthographische
Schreibweise zu berichtigen.
- Titel
und Inhalt aus: Der Wiener antiquarische Büchermarkt.
-
Titel und Kollation: Der Wiener antiquarische Büchermarkt.
Ursprung
lieh dürften, wie aus den angegebenen divergierenden
Jahres- und Seitenzahlen zu ersehen, mehr Bände als angegeben
existiert haben. Die fehlenden sind aber nicht mehr auffindbar.
-
Titel etc.: Der Wiener Antiquarische Büchermarkt.
-
Khevenhüller-Schlitter, Aus der Zeit Maria Theresias
usw. Bd. I, S. 45, Anm. 5.
-
Vgl. F. Krackowitzer, Das Archiv zu Schlüsselberg im
oberösterreichi-
schen Landesarchiv zu Linz (Linz 1899), S. 39.
-
Titel etc.: Der Wiener Antiquarische Büchermarkt.
-
Khevenhüller-Schlitter, a. a. 0., Bd. I, S. 45, Anm.
5.
-
Inventarverzeichnis des Khevenhüller-Depots, im H.-,
H.- u. Staatsarchiv Wien.
-
Ebd.
-
Das Werk befindet sich im Khevenhüller-Depot im H.-H.-
u. Staatsarchiv Wien. Vgl. oben, S. 7, Anm. 16.
-
Nach A. Czerny, Die Handschriften der Stiftsbibliothek St.
Florian (Linz 1871), S. 175—176, ist dieses Ms. datiert, Madrid
1628.
-
Titel etc.: Der Wiener antiquarische Büchermarkt.
-
Titel etc. ebd.
-
Titel etc. ebd.
-
Titel etc. ebd. — Dieses Ms. befand sich ebenfalls im Besitz
von Dr. Albert Figdor (Khevenhüller-Schlitter, a. a.
O., Bd. I, S. 47, Anm. 7) und ist heute verschollen.
-
Annales Ferdinandei I, Vorrede.
-
Durch das Reformationspatent Kaiser Ferdinand's II. vom Jahre
1628 war der gesamte österreichische protestantische
Adel gezwungen, entweder den katholischen Glauben anzunehmen
oder auszuwandern. Auch die Khevenhüller hatten sich
der Mehrzahl ihrer Glieder nach zu entscheiden. Die Häupter
des Geschlechtes in Kärnten zogen die Auswanderung vor,
wodurch große Teile des Familienbesitzes verloren gingen,
so vor allem Landskron. Vgl. B. Czerwenka, Die Khevenhüller,
S. 369 f. und P. Dedic, Kärtner Exulanten des 17. Jahrhunderts,
IV. Teil, Die Khevenhüller (Carinthia I, 142. Jg., 1952),
S. 350—353.
-
Titel etc.: Der Wiener antiquarische Büchermarkt.
-
Titel und Kollation, ebd.
-
Sammelband des Hausarchivs 324.
-
Titel etc.: Der Wiener antiquarische Büchermarkt.
-
Nach einer schriftlichen Mitteilung des Direktors des Berliner
Schloßmuseums an den Herrn Grafen Georg Khevenhüller-Metsch
vom 8. Jänner 1940 (K. 263/39. Z. 4461/1939). (Kärntner
Landesarchiv, Klagenfurt).
-
Nach schriftlichen Mitteilungen vom Deutschen Zentralarchiv
Potsdam, Sanssouci-Orangerie, vom 27. März 1952 (Dr.
Klar) und vom Staatsarchiv Marburg a. d. Lahn vom 5. Mai 1952
(Prof. Dr. Dehio). — Erst nach Abschluß meiner Dissertation
stieß ich hier im H.-H.- u. Staatsarchiv noch auf folgende
historische Arbeiten von Franz Christoph: 1. Originalmanuskript
zu den „österreichischen Heiraten" (Staatsarchiv,
Suppl. 481). 2. Historia seiner Hochzeit mit Barbara Teufelin
am 6. Mai 1613 (ebd., Suppl. 959). 3. Konzepte seiner „Historia
del Emperador Ferdinando 2" (ebd., Suppl. 980). 4. „Historia
der vornehmsten Reichsgeschichten" und „Österreichische
Heirathen", 7 Bde. Darauf kann hier noch nicht eingegangen
werden. Es wird auf den oben, S. 7, Anm. 16 in Aussicht gestellten
Aufsatz verwiesen.
-
H.-H.- u. Staatsarchiv Wien, Fasz. IV, 77a, Genealogische
Tafeln und Schriften saec. XVI—XVII, 29. Bll., B. Chronologischer
Auszug aller Kheven-hüllerschen dem durchlauchtigsten
Hauß Österreich erwiesenen unterthänigsten
Diensten, fol. 25.
-
Ebd. fol. 25'.
-
Diese Mss. wurden 1893 aus dem Kunstantiquariat S. Kende erworben
und sind heute in der Nationalbibliothek neu eingeordnet als
Codices Vindo-bonenses series nova — hier abgekürzt ser.
n. zitiert — 2247 bis 2342. Diese Nummern wurden in den Jahren
1911 bis 1912 gebunden, wobei in einzelnen Fällen kleinere
Verwechslungen in der Zusammenstellung der Bogen entstanden.
-
Annales Ferdinandei IX, Vorrede des Herausgebers.
-
Vgl. sein Archivverzeichnis von Kammer an verschiedenen Stellen.
-
I. Zibermayr, Landesarchiv, S. 201.
-
Vgl. das Archivverzeichnis von M. Rieberer und die oben S.
2, Anm. 7, angeführten Offerte.
-
Er wurde 1893 von S. Kende erworben (Anzeiger des Germanischen
Nationalmuseums Nürnberg, Jg. 1893, S. 37).
-
Titel etc.: Der Wiener antiquarische Büchermarkt.
-
Titel etc., edb.
- Titel
etc., edb. Mitteilungen, Band
- Eine
Reihe von Originalschreiben darüber befinden sich im
Besitz des Herrn Grafen Georg Khevenhüller-Metsch (in
seinem Inventar des Archivs Kammer unter den Nrr. 1—45).
- „
.. . fürnehmlich aber, was oberwähnte Kayserliche,
königliche und Erzherzogliche Schreiben von eigener Hand
betrifft, deren die Meisten unter meinem Petschaft bewahret,
und meine geschriebene Bücher, sind zur Stund in einem
Schreibtisch, wie ichs dann allzeit zu halten gepflogen, zu
legen, versiegeln, und bis es meinen Erben, diesem meinem
Testamente nach, eingeantwortet werde, unversehret halten,
und solches alles an berührte meine Erben zu ihren sicheren
händen und ewiger gedechtnuß ein- und zuantworten
lassen..." (Original, dat. 1605 August 6 Madrid, Landesarchiv
Linz, Geschlechterurkunden, fol. 15 f., 1. c).
-
Siehe oben, S. 5.
-
Nach J. Stülz, Jugend- und Wanderjahre, S. 378, ohne
näheres Datum.
-
Vgl. R. Schmidt, Die Briefbücher der Grafen Hanns und
Franz Chri
stoph Khevenhüller (Mitteilungen aus dem Germanischen
Nationalmuseum Nürn
berg, Jg. 1893, S. 57—95), S. 57.
-
Schriftliche Mitteilung des Germanischen Nationalmuseums vom
6. März
1952 (Dr. Zink).
- Über
den Erwerb der Faszikel durch das Staatsarchiv, vgl. L. Bittner,
Gesamtinventar, Bd. I, S. 591.
-
Es wird nach der historischen Schreibweise zitiert, ohne die
grammatikalischen oder orthographischen Fehler zu berichtigen.
-
Vgl. das Inventarverzeichnis.
-
Vgl. Julian Paz, Cataloga II. Secretaria de Estado. Capitulaciones
con la casa de Austria y Papelles de las Negociaciones de
Alemania, Sajonia, Polonia, Prusia y Hamburgo, 1493—1796 (AöG,
Bd. 103, S. 163—433, 1. Auflage; 2. Auflage veranstaltet vom
Consejo Superior de Investigaciones Cientificas, Madrid 1942,
425 Seiten). Und vom selben Verfasser, Archivo General de
Simancas. Catalogo II Secretaria de Estado. Documentos de
las negociaciones de Flandes, Holanda y Bruselas. 1506—1795
(2. Aufl. Madrid 1946, 541 Seiten), zusammen mit Ricardo Magdaleno,
Archivo General de Simancas. Catalogo XVII. Secretaria de
Estado. Documentos relativos a Inglaterra. 1254—1834 (Madrid
1947, IX und 598 Seiten).
-
Diese Vermutung wird durch das Archivverzeichnis von M. Rieberar
bestärkt. Er führt auf S. 188 ff. an: 1571—1576
Protocoll aller von Hanns Khevenhüller an den Kaiser
Maximilian II. aus Madrid geschriebenen Briefen; 1577—1606
Protocolle an Kaiser Rudolf II. Er erwähnt aber nicht,
ob dieselben in Bände gebunden sind, doch decken sich
die angegebenen Jahreszahlen mit denen unserer Protokollbücher
von Hanns Khevenhüller. Weiters erwähnt Rieberer
im Hinblick auf Franz Christoph: 1617 Protocoll aller zu Madrit
empfangenen und geschriebenen Gesandtschaftsbriefe; 1617—1630
Protocoll aller in Geschäften der spanischen Braut unordentlich
eingeschriebenen Briefe; 1618—1624 (außer 1620) Protocoll
der Legationsbriefe; 1624 Voluminöse theils Legations-Briefe
theils geheime Zeitungen; 1624—1629 Kayser. Königl. und
andrer an den spanischen Gesandten geschriebene Urkunden,
meistens über die Plumbische Reichslehen; 1625—1629 Protocoll
der Gesandtschafts-Briefe (1629 meistentheils über die
Reise der spanischen Braut); 1630—1631 Kaysez1- und Fürsten-Briefe
über die Reise der spanischen Braut. Auch hier erwähnt
Rieberer nicht, ob ein Teil davon gebunden ist, doch decken
sich auch hier die Jahre 1617—1625 mit denen unserer Protokollbücher
von Franz Christoph Kheven-hüller.
-
Vgl. E. Straßmayr, Das Schloßarchiv Weinberg,
Oberösterreich (Festschrift zur Feier des zweihundertjährigen
Bestandes des Haus-, Hof- und Staatsarchivs Wien, Bd. I, S.
139—150, S. 147—149).
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